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und Dr. Martin R. Textor




Familienbildung im Zeitalter des Internets

Martin R. Textor

 

In einer Zeit des schnellen soziokulturellen Wandels, der Pluralisierung der Lebensformen, der zunehmenden Zahl von Beziehungsmustern und der Individualisierung bieten tradierte Leitbilder, Normen und Werte kaum noch Orientierung für die Gestaltung der Paarbeziehung und der Familienerziehung. Das Zusammenleben mit einem Partner und mit Kindern muss deshalb gelernt sowie eigenverantwortlich und individuell gestaltet werden. Auch die für die Haushaltsführung und die Bewältigung des Familienalltags notwendigen Fertigkeiten müssen erst erworben werden. Jedoch handelt es sich bei Partnerschaft und Familienleben um zwei der wenigen Lebensbereiche, für die eine Vorbereitung oder gar Qualifikation weder als notwendig noch als erforderlich angesehen wird. Dies verwundert um so mehr, wenn man bedenkt, dass mehr als ein Drittel aller Ehen scheitert, dass viele Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind und dass viele Kinder in ihren Familien Verhaltensauffälligkeiten und andere Störungen entwickeln. Familienerziehung gelingt besonders häufig dann nicht, wenn starke bzw. lang andauernde Belastungen hinzukommen.

Aufgrund dieser Situation kommt der Eltern- und Familienbildung eine immer wichtiger werdende Funktion zu. Jedoch ist dieser Bereich der Jugendhilfe bzw. Erwachsenenbildung sehr unübersichtlich. So gibt es viele Anbieter in einer Region, die zumeist eher klein sind bzw. nur einige wenige Maßnahmen durchführen. Ich möchte in meinem Referat zunächst das System der institutionellen Familienbildung skizzieren und dann auf die mediale Familienbildung eingehen.

Institutionelle Familienbildung

Die wohl wichtigsten Träger der Familienbildung sind die Familienbildungsstätten, die sich überwiegend in größeren Städten befinden; der ländliche Raum ist hingegen unterversorgt. In Westdeutschland decken ihre Angebote in der Regel alle zentralen Themenbereiche der Familienbildung ab, in Ostdeutschland sind sie m.W. noch begrenzter. Beispielsweise werden an den drei Familienbildungsstätten in München etwa so viele Kurse durchgeführt wie an allen 36 Einrichtungen im Freistaat Sachsen (eigene Berechnung).

Im Zentrum des Veranstaltungsprogramms von Familienbildungsstätten stehen zumeist Angebote für werdende und junge Eltern. Auch Angebote zur Säuglingspflege und -ernährung sowie Rückbildungsgymnastik werden gut angenommen. In den letzten Jahren haben Stillgruppen, Babytreffs, Miniclubs, Krabbelgruppen und Mutter-Kind-Gruppen zunehmend an Bedeutung gewonnen. So machen Eltern-Kind-Gruppen inzwischen rund 30% des Gesamtangebots von Familienbildungsstätten aus (Eichhoff et al. 1996). Schließlich gibt es noch ein großes Angebot an Einzelveranstaltungen, Kursen und Gesprächsforen zu Erziehungsfragen.

Im Vergleich zu Angeboten der Elternbildung werden solche der Ehevorbereitung bzw. Ehebildung in sehr viel geringerem Maße angenommen, da hier die Angst vor Selbstoffenbarung und dem Gespräch über konkrete Partnerschaftsprobleme besonders groß ist. Frauenspezifische Themen stoßen hingegen auf großes Interesse. Gut besucht werden auch Veranstaltungen, bei denen die zur Führung eines Haushalts notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden (z.B. Handarbeits- und Kochkurse) oder die der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Entspannung oder der Förderung psychischen Ausgeglichenseins dienen (Gymnastik, Yoga, autogenes Training usw.). Dazu kommen zielgruppenorientierte Angebote, z.B. für Alleinerziehende, Stieffamilien, Aussiedler- und Ausländerfamilien.

Die Angebote von Familienbildungsstätten richten sich überwiegend an junge Familien. So waren 40% der von Schiersmann und Kolleg/innen (1998) befragten 2.845 Teilnehmer/innen zwischen 25 und 34 Jahre alt; 48% hatten Kinder unter vier Jahren. Zumeist werden nur Mütter erreicht; bei o.g. Befragung waren 93% der Teilnehmer/innen weiblich. Ferner werden überwiegend Mittelschichtsangehörige und Städter erreicht (die meisten Familienbildungseinrichtungen befinden sich in Städten). So hatten von den befragten 2.845 Teilnehmer/innen 39% die Mittlere Reife, 11% die Fachhochschulreife und 30% das Abitur erworben (a.a.O.). Zielgruppen wie Aussiedler, Ausländer oder Familien mit besonderen Belastungen wie Armut oder Arbeitslosigkeit werden nur schwer erreicht.

Die frauen- und mittelschichtslastige Struktur der Teilnehmerschaft ist jedoch nicht das einzige Problem von Familienbildungsstätten. So haben sie nach außen hin ein unklares Profil, mangelt es an Imagepflege (Schiersmann et al. 1998). Ein weiteres Problem ist die personelle Situation. Nur knapp 8% der Mitarbeiter/innen sind hauptamtlich beschäftigt - mit wenig Aufstiegsmöglichkeiten. Ansonsten handelt es sich um Honorarkräfte, die nebenberuflich oder während ihrer Familienphase tätig sind. Nur 39% von ihnen haben einen Fachhochschul- bzw. Universitätsabschluss erworben - ein weitaus geringerer Akademisierungsgrad als an Volkshochschulen, wo fast 80% der Referent/innen derartige Abschlüsse erworben haben. Problematisch ist auch die große Fluktuation unter den nebenamtlichen Mitarbeiter/innen von Familienbildungsstätten, die ein kontinuierliches Angebot erschwert.

Neben Familienbildungsstätten bieten auch Volkshochschulen oder Erwachsenenbildungsstätten in kirchlicher Trägerschaft Veranstaltungen zur Familienbildung an. Die Bildungswerke der Kirchen vermitteln in erster Linie Referenten, die dann vor Ort - in der jeweiligen Pfarrei, im Gemeindezentrum usw. - ihre Veranstaltung durchführen. Sie suchen den Kontakt zu Institutionen in ihrem Einzugsbereich, die als Anbieter von Kursen der Familienbildung bzw. als Mitveranstalter infrage kommen. Neben Pfarreien können dies z.B. Familienkreise, Frauenbund, Erziehungsberatungsstellen oder Kindertageseinrichtungen sein.

Ein wichtiger Anbieter von Familienbildung sind auch die Kirchen mit ihren Pfarrgemeinden. In der Katholischen Kirche wird beispielsweise großer Wert auf die Ehe- und Familienpastoral gelegt, die Hilfen zur Gestaltung des Ehe- und Familienlebens geben und in Krisen beratend und unterstützend eingreifen will. Insbesondere von den Diözesen wird der Kursus "Ehevorbereitung - ein Partnerschaftliches Lernprogramm" (EPL) angeboten (Hahlweg et al. 1993). Es gibt bereits mehr als 1.000 EPL-Kursleiter.

Da nahezu alle Familien in Kontakt mit Kindertageseinrichtungen und Schulen kommen, erreichen familienbildende Maßnahmen, die von diesen Institutionen ausgehen, potentiell alle Eltern. Allerdings sind nur Kindertageseinrichtungen, insbesondere Kindergärten, mehr als ansatzweise auf dem Gebiet der Familienbildung aktiv. Sie entsprechen den Erwartungen der Eltern bzw. den Bedürfnissen von Familien durch ganz verschiedene Formen der Elternarbeit, z.B. durch Elternabende, Einzelgespräche über die Entwicklung und Erziehung des jeweiligen Kindes, Elterngruppen (mit/ohne Kinderbetreuung) oder themenspezifische Gesprächskreise. Neben Elternbildung zur Verbesserung der Familienerziehung erfolgt oft auch eine Beratung bei Erziehungsschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Die Vielfalt der Angebote stellt sicher, dass Eltern aus ganz unterschiedlichen Schichten erreicht werden.

Schulen nehmen sich hingegen nicht der Familienbildung an. Es wird kaum auf die Familienerziehung oder die Hausaufgabenbetreuung durch die Eltern eingewirkt, obwohl dadurch sicherlich kindliche Verhaltensauffälligkeiten, Aggressionen, Lernstörungen, Suchtmittelmissbrauch u.Ä. reduziert und die Schulleistungen gefördert werden könnten. Auch werden Schüler/innen nur wenige Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die für das spätere Zusammenleben mit Partner und Kindern relevant sind.

Ein in den letzten Jahren immer wichtiger gewordener Anbieter von Familienbildung ist die Familienselbsthilfe, die z.B. Elterninitiativen, Mütter-, Familien- und Nachbarschaftszentren, Kontaktkreise für Alleinerziehende, Selbsthilfegruppen (z.B. nach Geburt eines behinderten Kindes) oder selbstständige Eltern-Kind-Gruppen umfasst. Hier diskutieren Eltern ohne professionelle Anleitung mit Personen in derselben Lebenssituation über ihre Probleme und Belastungen, tauschen Erfahrungen über das Familienleben und die Erziehung aus und erweitern ihre erzieherischen Kompetenzen durch den Umgang mit fremden Kindern. Angebote wie Kurse, Handarbeitsgruppen, Gesprächskreise, Bastelnachmittage, kreativ-künstlerische Projekte, Kinderbetreuung mit festen oder offenen Gruppen usw. werden in der Regel von einzelnen Eltern durchgeführt, die auf solche Weise eigene Kompetenzen einbringen und weiterentwickeln ("Laienprinzip"). Besonders häufig sind offene Angebote, die eine niedrige Zugangsschwelle haben (Höchstmaß an Freiwilligkeit), spontan mitgestaltet werden können und dem Lebensrhythmus von Frauen mit (Klein-) Kindern entsprechen, die sich nur schwer auf regelmäßige Termine festlegen können.

Viele Kreis- und Stadtjugendämter machen eigene Angebote im Bereich der Familienbildung, die aber überwiegend nur der Ergänzung der Maßnahmen anderer Träger dienen. Dazu gehören beispielsweise Abendveranstaltungen, Gesprächskreise und Wochenendseminare für Alleinerziehende, Pflege- und Stieffamilien. Eher offene und informelle Formen der Familienbildung werden im Kontext der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit praktiziert (z.B. Gruppenangebote, Nachbarschaftsheime, Müttertreffs, Café- und Teestuben). Die Angebote setzen bei der Familie als Ganzes an, berücksichtigen ihren Lebensalltag, sind auf eine breite Palette familialer Bedürfnisse zugeschnitten, fördern Selbsterfahrung und die Analyse der eigenen Situation sowie das Gespräch darüber mit anderen Familien.

Familienbildung wird ferner von Wohlfahrts-, Familien-, Eltern-, Frauen-, Behinderten- und anderen Verbänden angeboten, die sich um Familienmitglieder mit besonderen Krankheiten, Suchtproblemen, psychischen Störungen oder anderen Belastungen kümmern - aber auch von Gesundheitsämtern, der Säuglingsfürsorge, Beratungsstellen, Sozialdiensten für Ausländer und von Vereinen, z.B. für Männer mit Gewaltproblemen. Eine besondere Bedeutung kommt der offenen und verbandlichen Jugendarbeit zu, wo sich Jugendliche frühzeitig mit ihren Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht auseinander setzen, Kommunikations- und Konfliktlösefertigkeiten sowie ein partnerschaftliches Verhalten einüben und ihre Vorstellungen über Sexualität, Paarbeziehungen, Familienrollen und Erziehung diskutieren können.

Diese kursorische Übersicht kann nur einen ersten Eindruck von der Komplexität des Systems "Familienbildung" geben. Deutlich wird, dass die institutionelle Familienbildung eine Reihe von Problemen aufweist:

  1. Die Verteilung der Angebote auf viele Träger, deren Arbeit überwiegend durch andere Schwerpunkte geprägt ist, dürfte bei potentiellen Nutzer/innen oft zu Orientierungsschwierigkeiten oder zum Besuch von für ihre individuelle Situation weniger gut geeigneten Veranstaltungen führen.
  2. Kaum erreicht werden Väter, Schulkinder bzw. Jugendliche, Familien in Kleinstädten und auf dem Land, Familien aus unteren sozialen Schichten, Ausländer- und Aussiedlerfamilien, Teil- und Stieffamilien, Pflege- und Adoptivfamilien, Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Mitgliedern bzw. anderen Belastungen (z.B. Armut, Arbeitslosigkeit, Suchtkrankheit, psychische Erkrankung).
  3. Es mangelt an Angeboten der Ehevorbereitung bzw. generell der Ehebildung. Die Elternbildung klammert weitgehend die Zeit ab dem 3. Lebensjahr von Kindern aus.
  4. Die Qualität der Angebote ist infrage zu stellen, da sie überwiegend von Personen ohne akademische Abschlüsse und ohne Aus- und Fortbildung im Bereich der Familienbildung durchgeführt werden - zumeist neben ihrer eigentlichen Tätigkeit.
  5. Die in § 16 SGB VIII vorgesehenen Aufgaben der Förderung der Mitarbeit in Bildungseinrichtungen und von Formen der Selbsthilfe werden weitgehend nicht erfüllt.

Hier stellt sich eine wichtige Aufgabe für die Landkreise und kreisfreien Städte bzw. die Kreis- und Stadtjugendämter, die nach § 79 SGB VIII neben den überörtlichen Trägern die Gesamtverantwortung für die Jugendhilfe tragen. Sie sind laut § 80 SGB VIII zur Jugendhilfeplanung verpflichtet, wodurch die Angebote der Familienbildung vor Ort erfasst und bewertet, ungedeckte Bedarfe ermittelt und entsprechende Maßnahmen initiiert werden sollten. Auch könnten Jugendämter Übersichten über die Angebote vor Ort erstellen und Eltern zugänglich machen. Es ist nicht mehr akzeptabel, dass wie in Bayern etwas mehr als die Hälfte der Jugendhilfeausschüsse sich noch nie mit dem der Familienbildung befasst hatte und dass Teilpläne zum § 16 SGB VIII im Rahmen der Jugendhilfeplanung nur in den wenigsten Gebietskörperschaften verabschiedet worden waren - wie eine Untersuchung von 1998 ergab (Walter 2000). Ferner sollten die Träger der Jugendhilfe genügend Mittel für Familienbildungsmaßnahmen zur Verfügung stellen (vgl. §§ 4 Abs. 3, 74 SGB VIII). Dies ist sicherlich nicht der Fall, wenn z.B. wie in Sachsen nur 0,2% der den Jugendämtern zur Verfügung stehenden Mittel für Leistungen nach § 16 SGB VIII ausgegeben werden (Referat von Herrn Michael Hannich am 16.01.2001 in Chemnitz). Schließlich sollten Jugendämter die Fortbildung der in der Familienbildung tätigen Fachkräfte, nebenamtlichen Mitarbeiter/innen und Laien verstärkt fördern (vgl. §§ 72 Abs. 3, 74 Abs. 6 SGB VIII).

Die Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Systems der Familienbildung sollten möglichst Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII überlassen werden. Die Tabelle "Perspektiven der Familienbildung" (siehe Anhang 1) verdeutlicht, welche Angebote bei den verschiedenen Trägern m.E. noch ausbaufähig sind und was an ganz neuartigen Maßnahmen möglich wäre. In solchen Arbeitsgemeinschaften können auch Familienbildungsveranstaltungen geplant werden, für die ein einzelner Anbieter nie genügend Teilnehmer zusammen bekäme oder die für ihn alleine zu kostspielig wären. Drei Beispiele:

  1. Pflegekinderdienste und Adoptionsvermittlungsstellen sind vielerorts unterbesetzt, so dass sie kaum intensivere Nachbetreuungsmaßnahmen anbieten können. Eine Familienbildungsstätte bzw. Volkshochschule könnte für sie einen Kurs für Pflege- und Adoptiveltern durchführen. Beide Seiten - vor allem aber die Teilnehmer - profitieren: Die Vermittlungsstellen erfüllen ihren gesetzlichen Auftrag besser, die Bildungseinrichtungen erreichen eine neue Zielgruppe. Werben alle Vermittlungsstellen in den umliegenden Landkreisen für den Kurs, kommen genügend Teilnehmer zusammen. Die Kosten sind sehr viel geringer als wenn die Pflegekinderdienste selbst die Veranstaltungen durchführen würden.
  2. Auch Zielgruppen wie Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Ausländer, Aussiedler, Personen mit besonderen Erkrankungen, Behinderte, Alkoholiker, Drogensüchtige und deren Familien können in der Regel nur in einer zur Kostendeckung ausreichenden Zahl erreicht werden, wenn der Träger einer solchen Familienbildungsmaßnahme mit Arbeitsamt, Sozialamt, Allgemeinem Sozialdienst, Suchtberatungsstellen, Behinderteneinrichtungen oder Kliniken kooperiert. Hinzu kommt, dass oft nur auf diesem Wege geeignete Referent/innen und Kursleiter/innen gefunden werden können. Die potentiellen Kooperationspartner sollten großes Interesse an derartigen zielgruppenspezifischen Veranstaltungen haben, weil hier ein kostengünstiges Angebot auf neutralem Boden zustande kommt.
  3. Durch die Zusammenarbeit von Familienbildungsstätten, Erwachsenenbildungswerken und Jugendämtern auf der einen sowie Kindertagesstätten und Schulen auf der anderen Seite könnten Familienbildungsmaßnahmen direkt in diesen Einrichtungen angeboten werden. Auf solche Weise könnten potentiell alle Eltern mit Kindern ab drei Jahren erreicht werden.

Der letztgenannte Weg wurde im Rahmen des Modellprojekts "Primäre Prävention durch Familienbildung, -förderung und -beratung im Land Brandenburg" beschritten. Zugleich wurde auf Mängel wie die mangelnde Vernetzung von Anbietern und die unzureichende Qualifizierung von Mitarbeiter/innen reagiert. Damit wurde m.E. ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung des Systems der Familienbildung geleistet.

Mediale Familienbildung

Im Rahmen des Brandenburger Modellprojekts wurden auch schriftliche Materialien entwickelt bzw. auf solche zurückgegriffen; ich nenne nur das "Baby Think it Over®-Programm", das Curriculum "Elternschule" und den Elternkurs "Starke Eltern - Starke Kinder"® vom Deutschen Kinderschutzbund. Hiermit kommen wir zu einem Bereich zwischen institutioneller und medialer Familienbildung: In den letzten Jahren wurden zunehmend Handbücher bzw. Curricula verfasst, in denen detaillierte und zum Teil wissenschaftlich überprüfte Kursprogramme präsentiert werden. Weitere Beispiele hierfür sind:

  1. das zweibändige Handbuch "Elternbildung" des Deutschen Familienverbandes (1999), das auf dem von W.E. Fthenakis u.a. durchgeführten BMFSFJ-Projekt "Wenn aus Partnern Eltern werden" beruht,
  2. das Programm "…Eltern sein dagegen sehr" von R. Penthin (2001),
  3. das bereits erwähnte "EPL - Ein Partnerschaftliches Lernprogramm" (Thurmaier et al. 1992),
  4. das von demselben Team entwickelte "KEK - Konstruktive Ehe und Kommunikation" (Engl/ Thurmaier/ Black 1999) sowie
  5. "S T E P: Ein System zum Erlernen von Erziehungsfertigkeiten für Eltern" (Pliska/ Petkov/ Kühn 2001).

Indem in diesen Handbüchern Kurse mit einer oft genau vorgeschriebenen Anzahl von Treffen und detailliert dargestellten Inhalten bis hin zu Übungen und Arbeitsblättern vorgestellt werden, wird auch auf zuvor genannte Probleme institutioneller Familienbildung reagiert: Die Inhalte von Veranstaltungen sollen nicht der "Willkür" schlecht qualifizierter Kursleiter/innen überlassen, sondern nach fachlichen bzw. wissenschaftlichen Kriterien verbindlich festgelegt werden. So haben Teilnehmer/innen weitgehend die Gewähr, bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, die nachweislich zu einer Verbesserung der Ehe- bzw. Erziehungsqualität führen - egal, wo sie einen solchen Kurs besuchen.

Während solche Handbücher eine hohe Qualität aufweisen, kann man das nicht von allen Büchern sagen, die sich an Ehepaare und Eltern wenden. Der Markt ist hier inzwischen unüberschaubar geworden: Gibt man z.B. bei amazon.de das Stichwort "Erziehungsratgeber" ein, werden 1.732 Titel aufgelistet. Man muss also von mehreren Tausend Büchern ausgehen, in denen Partner bzw. Eltern ehe- bzw. elternbildende Informationen vorfinden - bis hin zu Fragebögen und bestimmten Übungen. Amazon.de bietet mehr als 1,6 Millionen Artikel an - der Verkaufsrang der bei meiner Suchanfrage zuerst aufgelisteten Erziehungsratgeber betrug 115, 155, 193, 195 und 198. Das bedeutet, Erziehungsratgeber sind Bestseller - ihr Einfluss auf die Familienerziehung darf keinesfalls unterschätzt werden. Bei weitem mehr Eltern dürften sich anhand solcher Bücher orientieren als bei Veranstaltungen im Rahmen der institutionellen Familienbildung.

Ehe- und Elternratgeber haben im Vergleich zu Kursen den Vorteil, dass viel mehr Informationen vermittelt werden können. Zudem gibt es inzwischen Bücher zu jeder Lebensphase von Kindern, Paaren und Familien, zu allen Familienformen, Lebens- und Belastungssituationen sowie zu allen nur denkbaren Partnerschafts- und Familienproblemen, sodass sich Eltern ganz gezielt informieren können. So werden Zielgruppen erreicht und Fragestellungen abgedeckt, die von der institutionellen Familienbildung vernachlässigt werden. Bücher können jederzeit gelesen oder bei Missfallen beiseite gelegt werden, während der Besuch von Kursen an bestimmte Zeiten gebunden, oft mit Schwierigkeiten hinsichtlich der Kleinkindbetreuung verbunden und insbesondere bei emotional belasteten Eltern mit Schwellenangst verbunden ist. Aber auch bei Ratgebern gibt es das Problem mangelnder Qualität und unzureichender wissenschaftlicher Fundierung. Da das einzelne Buch zumeist einen in sich geschlossenen Ansatz verfolgt, dürfte aber nur das Lesen mehrerer widersprüchlicher Bücher zum selben Thema zu einer Verunsicherung von Eltern führen. Die Wirkung von Ratgebern auf das Verhalten von Partnern bzw. Eltern wurde m.W. noch nie evaluiert - eine solche Untersuchung dürfte auch kaum zu realisieren sein.

Eine große Verbreitung haben auch die Elternzeitschriften. Die monatlichen Auflagen der am meisten gelesenen Zeitschriften sind bei "Eltern" 546.000 Exemplare, bei "Familie&Co" 345.000 Exemplare und bei "Eltern for Family" 229.000 Hefte (laut Stamm 2002 - die CD). Ihre familienbildende Funktion ist damit nicht zu vernachlässigen. Allerdings sind die meisten Artikel relativ kurz, sodass keine fundierten Informationen vermittelt werden. Sie werden in der Regel von Journalist/innen verfasst, die oft kein einschlägiges Studium absolviert haben. So sind die Inhalte vielfach nicht wissenschaftlich fundiert. Die Kritik seitens der Vertreter/innen der institutionellen Familienbildung, dass die mediale zur Verunsicherung von Eltern beitrage, dürfte am ehesten auf die Elternzeitschriften zutreffen.

Eine weitere Form der medialen Familienbildungsarbeit sind Elternbriefe, die zumeist von Jugendämtern an alle Familien nach Geburt des ersten Kindes bis zu dessen sechstem Lebensjahr verschickt werden, teilweise aber noch länger. Eine Untersuchung in Bayern (Walter 2000) zeigte, dass 1998 weniger als die Hälfte der Jugendämter Elternbriefe verteilten; alleine zwischen 1990 und 1998 strichen 17 Jugendämter dieses Angebot. Auch wurde ermittelt, dass nur der Einzelversand effektiv ist: So ergab die Befragung von 508 Eltern in der Stadt Hof, dass der Versand der Peter-Pelikan-Briefe als Einzelbriefe zu einer fast doppelt so hohen Zahl von Leser/innen als der Paketversand führte (a.a.O.). Zu problematisieren ist fernen, dass die Elternbriefe oft nicht wie vorgesehen kurz vor Erreichen der jeweiligen Altersstufe verteilt werden, dass sie viele Eltern nicht ansprechen und dass sie der Vielzahl von Erziehungszielen, -problemen und -situationen nicht gerecht werden.

Die neuste Form medialer Familienbildung sind Internetangebote. Inzwischen dürfte es mehrere Hundert Websites geben - 100 Adressen habe ich für Sie zusammengestellt (siehe Anhang 2). Die Qualität der meisten dieser Angebote dürfte unter der von Elternratgebern, Elternzeitschriften und Elternbriefen liegen. Meines Erachtens kann man folgende Arten von Websites unterscheiden:

  1. Kommerzielle Websites: Hier handelt es sich zum einen um die Websites von Elternzeitschriften, die auf neue Hefte aufmerksam machen und zu deren Kauf motivieren sollen, aber durchaus auch eine ganze Reihe von "Schnupperartikeln" und grundlegende Informationen enthalten (z.B. leben-und-erziehen.de). Zum anderen handelt es sich um Websites von Unternehmen, in denen deren Produkte - oder Produkte mehrerer Firmen - vorgestellt und u.U. verkauft werden (z.B. baby-bonus.de). Aber auch hier sind familienbildende Texte zu finden.
  2. Institutionelle Websites: Hier präsentieren sich Organisationen wie der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (vamv-bundesverband.de) oder die Deutsche Liga für das Kind (liga-kind.de), wobei auch elternbildende Informationen zugänglich gemacht werden.
  3. Websites von Eltern: Insbesondere nicht sorgeberechtigte Väter (z.B. paps.de), aber auch andere Eltern, haben selbst Websites erstellt, die sich entweder mit einer besonderen Fragestellung wie der Adoption (www.adoption.de) befassen oder eher allgemein gehalten sind und sehr umfassend sein können (kidnet.de).
  4. Professionelle Websites: Hier wird versucht, das ganze Feld der Familienbildung abzudecken, wobei die Texte entweder mehr einen Elternbrief-Charakter haben (z.B. elternimnetz.de) oder fundierter sind (z.B. familienhandbuch.de).

Das von Prof. Fthenakis und mir herausgegebene Online-Familienhandbuch dürfte mit knapp 800 Fachtexten inzwischen das umfassendste Angebot der Familienbildung im Internet sein. Deshalb möchte ich diese Website abschließend ausführlich darstellen. Das Online-Familienhandbuch richtet sich in erster Linie an Eltern, aber auch an Paare vor Geburt des ersten Kindes. Ferner werden Lehrer/innen, Erzieher/innen und Familienbildner/innen informiert, wie sie im Rahmen ihrer (Eltern-) Arbeit elternbildend tätig werden können. Wir gehen davon aus, dass sie viele der im Online-Handbuch vorhandenen Texte z.B. zur eigenen Vorbereitung oder als Kurslektüre nutzen können. Schließlich können Wissenschaftler/innen, die sich mit Kindern und Familien befassen, im Online-Familienhandbuch ihre Erkenntnisse präsentieren.

Die Website umfasst drei Ebenen: Auf der ersten Ebene, die mit "Aktuelle Fragen" bezeichnet wird, finden sich Texte, die sich vorwiegend an Eltern richten. Die Artikel werden nach Rubriken wie Erziehungsfragen, Partnerschaft, kindliche Entwicklung, Gesundheit, Behinderung und Ernährung/Haushalt geordnet. Auf der zweiten Ebene namens "Hilfen/Programme" finden sich entwicklungsfördernde Aktivitäten, Informationen über die Kinder- und Familienpolitik sowie Hinweise auf Hilfsangebote für Familien. Diese Texte sind sowohl für Eltern als auch für Fachleute relevant. Auf der dritten Ebene werden eher wissenschaftlich bzw. juristisch ausgerichtete Texte eingestellt, die einer intensiveren Beschäftigung mit relevanten Themen dienen und nach Rubriken wie Erziehungsbereiche, Familienforschung, Familienbildung und Rechtsfragen geordnet sind. Außerdem umfasst das Online-Familienhandbuch ein Familienforum, in dem sich Eltern untereinander austauschen können, ein monatlich erscheinendes Journal "Familie leben", eine Umfrage und einen Newsletter.

Die Artikel werden zu ca. 90% von externen Autor/innen und nur vereinzelt von den vier Redakteur/innen erstellt. Die Gastautor/innen sind Psycholog/innen, Pädagog/innen, Ärzt/innen, Familienbildner/innen, Berater/innen, Fachbuchautor/innen, Journalist/innen, Verbandsvertreter/innen, Mitglieder von Elternvereinen, Wissenschaftler/innen, Politiker/innen usw. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Beiträge wirklich von Spezialist/innen erstellt werden und der Bandbreite von fachlich fundierten Meinungen weitgehend entsprochen wird.

Wir erwarten, dass das Online-Familienhandbuch im Gegensatz zu Angeboten institutioneller Familienbildung auch von Eltern in Kleinstädten und auf dem Land genutzt wird. Da Männer etwas mehr als Frauen das Internet nutzen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch mehr Väter die Website besuchen. Ferner wird erwartet, dass mehr Eltern älterer Kinder auf das Online-Familienhandbuch zurückgreifen. Dasselbe dürfte für Eltern mit Problemen und besonderen Belastungen gelten, die keine Angst haben brauchen, dass sie über ihre Schwierigkeiten vor anderen Personen sprechen müssen. Schließlich fallen beim Online-Familienhandbuch Faktoren wie Schwellenangst, fehlende Kinderbetreuung, Schichtarbeit usw. weg, die oft den Besuch relevanter Veranstaltungen verhindern.

Auch gegenüber Elternbriefen hat das Online-Familienhandbuch Vorteile. So wird beispielsweise ein längerer Zeitraum der kindlichen Entwicklung abgedeckt. Auch können Informationen von Eltern dann abgerufen werden, wenn sie benötigt werden. Durch die vielen verschiedenen Autor/innen werden unterschiedliche Meinungen abgedeckt, sind die Texte mehr oder weniger anspruchsvoll, sodass alle Gruppen von Eltern ihren Bedürfnissen entsprechende Fachbeiträge finden dürften.

Im Vergleich zu Elternratgebern werden im Online-Familienhandbuch bei weitem mehr Themen behandelt, besteht nicht die Gefahr einer einseitigen Positionierung, sondern kommt die ganze Vielfalt der Meinungen zum Ausdruck. Elternzeitschriften widmen sich oft nicht den Fragen, die eine Leserin bzw. einen Leser gerade interessieren, und sind als Nachschlagewerk ungeeignet. Das Internet kann hingegen jederzeit nach bestimmten Themen durchsucht werden.

Das Online-Familienhandbuch kann somit den Informationsbedarf vieler Eltern befriedigen, die mit anderen Angeboten unzufrieden sind oder diese nicht nutzen. Hier kann eine praktisch unbegrenzte Menge an Informationen eingestellt werden, sodass auch Randthemen und nur wenige Eltern interessierende Fragen behandelt werden können. Die Website ist 24 Stunden am Tag erreichbar; die Nutzung ist kostenlos und sehr effizient, da dank der eingebauten Suchmaschine gezielt recherchiert werden kann. So können Eltern von Krippen-, Kindergarten- und Schulkindern relevante Texte dann abrufen, wenn sie diese benötigen.

Ein Nachteil des Online-Familienhandbuches ist, dass es nur von Eltern mit Internetzugang genutzt werden kann. Inzwischen haben aber mehr als 47% aller Haushalte - mit stark steigender Tendenz - einen Computer, und so können wahrscheinlich bereits die meisten Eltern das Online-Familienhandbuch aufrufen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Gesprächsaustausch zwischen Eltern und Fachleuten sowie zwischen Eltern, aber auch die wechselseitige Beratung und Unterstützung bei einer Website entfallen. Ein Familienforum kann diesen Mangel nur sehr begrenzt kompensieren. Auch eine soziale Funktion (z.B. Kennenlernen anderer Eltern) kann von einer Website nicht erfüllt werden. So ist das Online-Familienhandbuch nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung bereits bestehender Angebote der Familienbildung zu verstehen.

Im Januar haben 59.000 Personen das Online-Familienhandbuch besucht und dabei mehr als 300.000 Seiten aufgerufen. Da auch viele der anderen familienorientierten Websites in hohem Maße genutzt werden dürften, wird hier die große Bedeutung auch dieser Form der medialen Familienbildung deutlich. Je mehr fachlich fundierte Informationen im Internet zu finden sein werden, umso mehr dürfte es auch von ratsuchenden Eltern genutzt werden. Damit wird allerdings das System der Familienbildung noch komplexer und unübersichtlicher werden. Umso wichtiger wird damit die Aufgabe für Jugendämter bzw. Familienministerien, Übersichten über empfehlenswerte Angebote zu erstellen und Eltern zugänglich zu machen. Auch hierfür kann das Internet genutzt werden...

Literatur

Deutscher Familienverband (Hg.): Handbuch Elternbildung, Band 1 und 2. Opladen: Leske + Budrich 1999

Eichhoff, G./Janssen, E./Kunz, L. et al.: Familienbildung als Angebot der Jugendhilfe. Aufgaben und Perspektiven nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (Sozialgesetzbuch VIII). Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bd. 120. Stuttgart: Kohlhammer 1996

Engl, J./Thurmaier, F./Black, C.: Konstruktive Ehe und Kommunikation (KEK). Ein Kurs zur Weiterentwicklung von Partnerschaft. 1½-Jahres-Ergebnisse: Entwicklung von Kommunikationsqualität, Ehequalität und individuellen Allgemeinbeschwerden. München: Institut für Forschung und Ausbildung in Kommunikationstherapie 1999

Hahlweg, K./Thurmaier, F./Engl, J./Eckert, V./Markman, H.: Prävention von Beziehungsstörungen. System Familie 1993, 6, S. 89-100

Penthin, R.: ... Eltern sein dagegen sehr. Konzepte und Arbeitsmaterialien zur pädagogischen Elternschulung. Unter Mitarbeit von Astrid Thams. Weinheim, München: Juventa 2001

Pliska, L./Petkov, R./Kühn, T.: STEP-Elternhandbuch 1 Grundkurs. München: Beust 2001

Schiersmann, C./Thiel, H.-U./Fuchs, K./Pfizenmaier, E.: Innovationen in Einrichtungen der Familienbildung. Eine bundesweite empirische Institutionenanalyse. Opladen: Leske + Budrich 1998

Textor, M.R.: Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie. § 16 SGB VIII. Stuttgart: Boorberg 1996

Textor, M.R.: Familienbildung: Situation, Träger, Perspektiven. Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge 1997, 77, S. 142-146

Textor, M.R.: Ehe- und Familienbildung. In: Textor, M.R. (Hg.): Hilfen für Familien: eine Einführung für soziale Berufe. Weinheim, Basel: Beltz 1998, S. 49-57

Thurmaier, F./Engl, J./Eckert, V./Hahlweg, K.: Prävention von Ehe- und Partnerschaftsstörungen EPL (Ehevorbereitung - Ein Partnerschaftliches Lernprogramm). Verhaltenstherapie 1992, 2, S. 116-124

Walter, W.: ifb-Projekte "Bestandsaufnahme der familienbezogenen Bildungsarbeit nach § 16 SGB VIII" und "Elternbriefe als Medium integrierter Familienarbeit". Manuskript. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg 2000

 

Anhang 1

Perspektiven der Familienbildung
Anbieter ausbaufähige Maßnahmen neuartige Maßnahmen
Familienbildungs-stätten Konzentration auf das "Kerngeschäft"

Qualitätssicherung/ Effizienzkontrolle

dezentrale Angebote (in Stadtteilen, umliegenden Gemeinden usw.)

offene Angebote (Elterncafé, Familientag/ -treff, Spielnachmittag, Wanderung/ Radtour/ Ausflug, Tauschbörse für Spielzeug und Kinderkleidung usw.)

Angebote mit Kinderbetreuung

Angebote für die ganze Familie

Angebote für Väter (und Kinder)

Angebote für Ausländer, Unterschichtfamilien und andere wenig berücksichtigte Zielgruppen

Angebote an Samstagen/ Wochenenden

Beratungsangebote/ Weitervermittlung

Verlagerung von Kursen und Gesprächskreisen in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Pfarreien usw.

Referent/innenvermittlung

Erschließung neuer Zielgruppen durch Kooperationsveranstaltungen mit Ämtern, Beratungsstellen, Kliniken, Selbsthilfegruppen usw.

Angebote in Betrieben (z.B. "Väter im Spannungsfeld Familie-Beruf")

Fortbildungen für Erzieher/innen und Lehrer/innen über Familienbildung

Angebote für Elternbeiräte

Aus-/Fortbildung von Tagesmüttern

Babysitterschulung und -vermittlung

Qualifizierung zur häuslichen Pflege

Kooperation mit Familienselbsthilfe (z.B. Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen aus Mütterzentren; Unterstützung und Begleitung von Elterninitiativen)

Fortbildung von Mitarbeiter/innen aus der Jugendarbeit (Partnerschaft, Sexualität, Ehevorbereitung)

Ausbildung von Migrantinnen als Leiterinnen von Kursen für die eigene Bevölkerungsgruppe

Volkshochschulen Ausbau des Bereichs "Familienbildung"

Qualitätssicherung/ Effizienzkontrolle

dezentrale Angebote

offene Angebote

Angebote mit Kinderbetreuung

Angebote für die ganze Familie

Angebote für Väter (und Kinder)

Angebote für Ausländer, Unterschichtfamilien und andere wenig berücksichtigte Zielgruppen

Angebote an Samstagen/Wochenenden

Verlagerung von Kursen und Gesprächskreisen in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Pfarreien, Betriebe usw.

Referent/innenvermittlung

Erschließung neuer Zielgruppen durch Kooperationsveranstaltungen mit Ämtern, Beratungsstellen, Kliniken, Selbsthilfegruppen usw.

Fortbildungen für Erzieher/innen und Lehrer/innen über Familienbildung

Angebote für Elternbeiräte

Aus- und Fortbildung von Tagesmüttern

Babysitterschulung und -vermittlung

Qualifizierung zur häuslichen Pflege

Kirchen (-gemeinden) Ausbau der Ehevorbereitungs- und Ehebegleitungsangebote bei der katholischen Kirche

Ausbau der Eltern-Kind-Gruppen (auch: besseres Raumangebot)

mehr familienbildende Angebote (Einzelveranstaltungen, Kurse, Gesprächskreise)

Förderung der Familienbildung in kircheneigenen Institutionen (Kindertageseinrichtungen, Jugendverbände/ -arbeit)

Schaffung von Ehevorbereitungs- und Ehebegleitungsangeboten bei der evangelischen Kirche

Angebote zur Unterstützung von Familien bei Transitionen und besonderen Problemlagen (z.B. Pflegebedürftigkeit, Armut)

Jugendämter Übernahme der Gesamtverantwortung für den Bereich "Familienbildung": Initiierung, Planung, Begleitung und Koordination von Angeboten und Maßnahmen

Mitarbeiter/in mit Zuständigkeit "Familienbildung" (je nach Größe des Jugendamtes Teilzeit- oder Vollzeitstelle bzw. Teil des Aufgabenbereichs eines Mitarbeiters)

Jugendhilfeplanung: Erfassung des Bedarfs (insb. bisher wenig berücksichtigter Zielgruppen wie Unterschicht-, Ausländer-, Stief- und Pflegefamilien, von Familien in Armut usw.) und des Angebots; Planung neuer Maßnahmen

Finanzierung von (neuen) Angeboten

Gemeinwesen-/ Stadtteilarbeit

Gründung von Arbeitskreisen, Stadtteilkonferenzen oder Arbeitsgemeinschaften nach § 79 SGB VIII: Erfassung von Bedarf und Angebot, Abstimmung der Angebote vor Ort; eventuell Erstellung einer Adressenliste, eines gemeinsamen Veranstaltungsprogramms aller Anbieter oder einer gemeinsamen Internetpräsenz (z.B. auf der Website der Kommune)

Erschließung neuer Anbieter (z.B. Gesundheitsamt, Beratungsstellen, Frühförderung) und neuer Zielgruppen (z.B. Familien mit arbeitslosen, behinderten, pflegebedürftigen, ausländischen ... Mitgliedern)

Initiierung von Kooperationsveranstaltungen (z.B. von mehreren Pflegekinderdiensten, von Pflegekinderdienst und Selbsthilfegruppe, von Familienbildungseinrichtung und Arbeitsamt/ Sozialamt/ ASD/ Suchtberatung/ Behinderteneinrichtung/ Klinik)

Einbindung von ASD und der Fachstellen Suchtprävention sowie Kinder- und Jugendschutz in die Familienbildung

Angebote im Rahmen der Jugendarbeit/-bildung zu Geschlechtsrollen, Partnerschaft, Sexualität, Ehevorbereitung usw.

Förderung des Angebots präventiver Programme, zumindest für gefährdete Zielgruppen (z.B. Pflegeeltern, binationale Ehen, Frühehen)

Förderung familienbildendender Angebote seitens freiberuflicher Fachleute (z.B. Psychotherapeut/innen, Fachärzte usw.)

Anlagen (z.B. eigene Fachartikel/ Broschüren, Veranstaltungskalender) beim Versand von Elternbriefen

Kindertages-einrichtungen Intensivierung der Elternarbeit und Elternberatung Familienbildungsseminare und Gesprächskreise mit externen Referent/innen

Eltern-Kind-Gruppen

Elternsprechstunde (mit Psycholog/in)

soziale Beratung (insb. in sozialen Brennpunkten)

Wochenendfreizeiten für die ganze Familie (evtl. mit pädagogischem Teil)

Schulen Elternarbeit als Aufgabe von Lehrer/innen definieren

Intensivierung der Elternarbeit und Elternberatung

Schulsozialarbeit (Angebote für Eltern)

Diskussionsforen "Erziehung und Bildung"

Arbeitskreise mit Eltern zur Verbesserung der Schule, aber auch der Kooperation von Familie und Schule

Familienbildungsseminare und Gesprächskreise mit externen Referent/innen

Elternsprechstunde (mit Psycholog/in)

familienbildende und -beratende Angebote seitens der Schulberatung

Wochenendveranstaltungen für die ganze Familie (evtl. in Kooperation mit Familienbildungsstätte)

Fach "Erziehungskunde"

Förderung emotionaler, kommunikativer und konfliktlösender Kompetenzen sowie der Beziehungsfähigkeit bei Schüler/innen

Beratungsstellen Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit unter familienbildenden Gesichtspunkten (z.B. längere Artikel in regionalen Zeitungen, Fachbeiträge für Elternbriefe von Kindertageseinrichtungen)

Eltern-/Müttergesprächskreise

familienbildende Angebote in anderen Institutionen (Elternabende, Kurse, Gesprächskreise)

Elternsprechstunden in Kindertageseinrichtungen und Schulen

präventive Programme (Ehevorbereitung, Schulung kommunikativer Fertigkeiten, Begleitung der Transition bei Geburt des ersten Kindes usw.)

Trainingsprogramme für besondere Zielgruppen (z.B. Pflegeeltern)

familienbildende Angebote von Ehe-, Sucht-, Schuldner-, Verbraucher- und Ernährungsberatungsstellen

Verbände/ Vereine/ Familienselbsthilfe/ Mütterzentren Ausweitung familienbildender Angebote (z.B. mehr Einbeziehung von Vätern und Unterschichtangehörigen) bessere Vernetzung

präventive bzw. Trainingsprogramme

Schulungen/Angebote für Angehörige

Kooperationsveranstaltungen

Einsatz externer Referent/innen

Fortbildungen von Externen

Potentielle Anbieter   familienbildende Angebote (für besondere, bisher vernachlässigte Zielgruppen) seitens Kliniken (z.B. für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sozialpädiatrische Zentren, sozialpsychiatrische Dienste), Gesundheitsämtern, Gleichstellungsstellen, Sozialdiensten für Aussiedler/ Ausländer, Behinderteneinrichtungen, Sozialstationen, Frauenhäusern usw.

 

Anhang 2: Familienorientierte Websites

  1. adoption.de
  2. alleinerziehend.at
  3. alleinerziehend.de
  4. alleinerziehende.org
  5. baby-care.de
  6. babyclub.de
  7. babyernaehrung.de
  8. babyguide.de
  9. baby-hotline.de
  10. babynet.de
  11. babynews.de
  12. baby-on-board.de
  13. babystuebchen.de
  14. babywiege.de
  15. babywunder.de
  16. babyzimmer.de
  17. beruf-und-familie.de
  18. die-familie.at
  19. eheseelsorge.net
  20. eltern.de
  21. elternakademie-bw.de
  22. eltern-bildung.at
  23. elternforen.de
  24. elternnetz.de
  25. elternratgeber.de
  26. elterntalk.de
  27. elternwelt.de
  28. eumom.com
  29. familie.at
  30. familie.de
  31. familienbildung.de
  32. familienhandbuch.de/at/ch
  33. familienhilfe.net
  34. familiennah.de
  35. familienpolitik-online.de
  36. familienpsychologie.de
  37. familiensache.de
  38. familie-online.de
  39. family-line.de
  40. familys-world.de
  41. geburtskanal.de
  42. gesundefamilie.de
  43. hausfrauenseite.de
  44. hausmaenner.de
  45. hoppsala.de
  46. hosenmatzweb.de
  47. hosenscheisser.de
  48. kessie.de
  49. kidnet.de
  50. kids-domain.de
  51. kinder.de
  52. kinderstaerken.de
  53. kinderundco.com
  54. kinderwelten.de
  55. kind-vater.de
  56. leben-und-erziehen.de
  57. mamis-in-not.de
  58. mehrlinge.com
  59. mehr-spielraum-fuer-vaeter.de
  60. meine-familie-und-ich.de
  61. menschenskinder-online.de
  62. muetterwelt.de
  63. neunmonate.de
  64. oif.ac.at
  65. pappa.com
  66. paps.de
  67. phemily.de
  68. redaktion-elternkontakte.de
  69. rund-ums-baby.de
  70. scheidung.de
  71. scheidung-online.de
  72. scheidungsfamilie.de
  73. scheidungskind.com
  74. schwanger-online.de
  75. schwangerschaft-point.de
  76. schwangerschaft-beratung.de
  77. schweizer-familie.ch
  78. shia.de
  79. singlemamis.de
  80. sozialnetz-hessen.de/familienatlas
  81. spao.de
  82. stieffamilien.de
  83. trennungskinder.de
  84. urbia.de
  85. vaeterforum.de
  86. vaterhilfe.de
  87. vaeterinitiative.de
  88. vaeter-online.de
  89. vaeterseiten.de
  90. vafk.de
  91. vamv-bundesverband.de
  92. vaterfuerkinder.de
  93. vatie.de
  94. vev.ch
  95. vitawo.de
  96. webfamilie.com
  97. wireltern.ch
  98. wochenendvater.de
  99. zeitschrift-zwillinge.de
  100. Zukunft-der-Familie.de
 

Quelle

Manuskript des Referats mit gleichem Titel auf der Fachtagung "Familien kompetent fördern" des Instituts für Fortbildung, Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Potsdam (IFFE e.V.) am 21.03.2003 in Potsdam