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Homepage von Ingeborg Becker-Textor
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Die vernetzte Schule: Zur Kooperation mit Sozialpädagogen und Psychologen Martin R. Textor
Seit einigen Jahren wird in vielen Städten und Gemeinden die Entwicklung kommunaler Bildungslandschaften angestrebt, in denen Bildungsangebote bedarfsgerecht gebündelt und miteinander verzahnt werden. Dabei sollen die Grenzen zwischen einzelnen Ressorts und Institutionen überwunden werden. In dieser Entwicklung liegen viele Chancen für Schulen - sie müssen nur genutzt werden. Besonders sinnvoll dürfte eine Vernetzung mit Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe, der Familien- und Erwachsenenbildung und des Gesundheitswesens sowie mit (Selbsthilfe-) Verbänden sein. Auf diese Weise werden neue Angebote für Schüler und deren Eltern geschaffen, die von diesen vielleicht eher in den (vertrauten) Räumen der Schule als in den genannten Institutionen genutzt würden (z.B. keine Wegezeiten, weniger Schwellenangst). Insbesondere wenn diese Angebote hilfreich für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, psychischen Problemen, Leistungsschwächen oder Lernstörungen und für Eltern mit Erziehungsschwierigkeiten sind, würden die Lehrer durch sie entlastet werden. Die anderen Institutionen würden von einer Vernetzung mit Schulen insofern profitieren, als sie verstärkt präventiv wirken bzw. Kinder und ihre Eltern so frühzeitig erreichen könnten, dass ihre Probleme und Belastungen noch mit einem relativ geringen Aufwand gemildert werden können. Im Idealfall könnte die Vernetzung dazu führen, dass Sozialpädagogen, Psychologen und andere Fachleute im Auftrag von Familienbildungsstätten, Beratungsstellen, Gesundheits- und Jugendämtern, Wohlfahrtsverbänden usw. durch Angebote an Schulen versuchen, die Erziehungs- und Bildungsfunktion von Familien positiv zu beeinflussen, also Elternbildung zu leisten, Erziehungsdefizite abzubauen und den besonderen Bedürfnissen von sozial benachteiligten Familien angemessen zu begegnen. 1. Durchführung von Erziehungskursen Da viele Eltern Erziehungsschwierigkeiten haben und diese Probleme oft zu Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen bei ihren Kindern führen, könnten an Schulen Erziehungskurse angeboten werden. Die sie durchführenden Sozialpädagogen und Psychologen sollten die Eltern aber nicht bevormunden oder disqualifizieren - wie dies bei den häufig geäußerten Forderungen nach verbindlichen Kursen für alle Eltern bzw. nach einem "Elternführerschein" impliziert ist. Vielmehr sollten sie die Elternrechte und -kompetenzen anerkennen und mit den Eltern eine kooperative Beziehung im Sinne einer Erziehungspartnerschaft eingehen. In Deutschland weit verbreitete Elterntrainings sind das "klassische" Gordon Eltern Training (Gordon 1989, 1994), das Systematische Elterntraining (Dinkmeyer/ McKay/ Dinkmeyer 2001), das "Positive Erziehungsprogramm" bzw. "Triple P" (Markie-Dadds/ Sanders/ Turner 2003) und "Starke Eltern - starke Kinder" (Honkanen-Schoberth 2003). Das Ziel dieser Programme ist, generell die Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken. Andere Kurse befassen sich mit besonderen Problemen - wie z.B. das von Barbara Duell und Inge Mandac (2003) entwickelte Konflikttraining. Es ist für alle Schulstufen geeignet und kann dank detaillierter Vorgaben sofort in die Praxis umgesetzt werden. In dem Manual werden zunächst Konzepte wie System, Konflikt und Kommunikation erläutert. Dann werden Ziele und Inhalte des Trainings, Moderationsmethoden und ein Evaluationsverfahren aufgelistet. Danach folgen Tipps für die Einführung, Organisation und Verankerung des Programms an der jeweiligen Schule, Hinweise zum Zeitablauf und zur Raumgestaltung sowie eine Liste benötigter Materialien und Medien. Es werden dann acht Trainingseinheiten von jeweils drei Stunden Dauer detailliert beschrieben, von denen fünf das Basistraining (1. Schulhalbjahr) und drei das (fakultative) Aufbautraining (2. Halbjahr) bilden. Die acht Einheiten haben folgende Themen:
Bei den Trainingseinheiten werden ganz unterschiedliche Methoden eingesetzt: Kartenabfrage, Impulsreferat, Rundgespräch, Einzelarbeit, Rollenspiel, Blitzlicht, Übung, Erfahrungsbericht, Hausaufgabe usw. Außerdem finden verschiedene Materialien von der CD-ROM Verwendung: Flipchart-Blätter, Plakate, Folien, Stimmungskarten, Unterlagen für die Teilnehmer, Arbeitsblätter, Rollenkarten, Fragebögen etc. 2. Stärkung der Bildungsfunktion von Familien Eine wichtige Aufgabe der Sozialpädagogen und Psychologen könnte ferner die Organisation und Durchführung von Kursen sein, in denen Eltern lernen, wie sie die kognitive Entwicklung ihrer Kinder unterstützen können. Solche Angebote fehlen bundesweit, da sich die Träger der Familienbildung bisher auf die Förderung von Erziehungskompetenzen beschränkt haben. So könnten besondere Elternprogramme entwickelt werden, die sich auf die Förderung der sprachlichen und kognitiven Entwicklung von Kindern, die Weckung von Lesefreude (Literacy), die Vermittlung lernmethodischer Kompetenz, die Stärkung von Leistungsmotivation und Frustrationstoleranz oder die Kooperation mit der Schule beziehen. Besonders wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder beim Erledigen der Hausaufgaben unterstützen und dass dies auf eine motivierende Weise geschieht. So wurde nachgewiesen, dass Eltern-Kind-Interaktionen im Zusammenhang mit dem Erledigen von Hausaufgaben das Interesse an Bildung auf beiden Seiten fördern und beim Kind zu besseren Schulleistungen führen (Bailey et al. 2004). Als Grundlage für einen solchen Kurs kann z.B. auf das Buch "So helfe ich meinem Kind ... beim Lernen" von Garry Burnett und Kay Jarvis (2005) zurückgegriffen werden. In den einzelnen Kapiteln geht es um die Förderung von Vertrauen und Selbstwertgefühl, die Bedeutung von Lob und Anerkennung, den Umgang mit Misserfolgen, die erfolgreiche Gesprächsführung mit Kindern, das Lösen von Konflikten ("Win-win"-Strategie) und die Unterstützung bei den Hausaufgaben, aber auch um die Gestaltung des Arbeitsplatzes des Kindes, die Zeiteinteilung und die Notwendigkeit von gesunder Ernährung, genügend Schlaf und viel Bewegung. Ferner werden aus den Ergebnissen der Hirnforschung Konsequenzen für das kindliche Lernen gezogen, wird die Theorie der Multiplen Intelligenz vorgestellt, werden verschiedene Lernstile charakterisiert sowie Mind Mapping, Problemlösungsstrategien, Lesetechniken und Methoden zum Gedächtnistraining beschrieben. Dabei wird immer nur so viel Hintergrundinformation wie nötig gegeben - im Vordergrund steht das, was Eltern und Kinder direkt anwenden können. Das Buch enthält Fragebögen, Checklisten und Dutzende von Übungen, die Eltern alleine (z.B. zur Selbstreflexion) oder mit ihrem Kind machen sollen. Viele dieser Übungen helfen Eltern, auch die eigenen Lern- und Denkprozesse zu optimieren. 3. Organisation von Elternveranstaltungen Weil Elterntrainings mit einem hohen Zeitaufwand verbunden sind, bietet es sich an, daneben auch Einzelveranstaltungen zu Themen wie Medienerziehung, Umgang mit Eltern-Kind-Konflikten, Hausaufgabenbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Suchtprävention, autoritativer Erziehungsstil usw. durchzuführen. Komplexere Themen wie z.B. "Trennung/ Scheidung" können von Eltern in Gesprächskreisen diskutiert werden. 4. Beratungsangebote Sozialpädagogen und Psychologen von Erziehungs-, Ehe-, Drogen- und anderen Beratungsstellen könnten Schüler und Eltern in der Schule beraten und bei Bedarf auch Gruppenangebote machen (z.B. für Eltern mit verhaltensauffälligen Kindern). Bei Schulen in sozialen Brennpunkten oder mit einem hohen Migrantenanteil sind Kooperationsveranstaltungen mit dem Allgemeinen Sozialdienst, Sozialberatungsstellen, der Schuldnerberatung oder dem Sozialamt denkbar. So könnten z.B. für Migranteneltern Sprachkurse direkt an der Schule organisiert werden. 5. Angebote für Familien und Schulklassen Mitarbeiter von Einrichtungen und Verbänden der Jugendarbeit könnten an Schulen Maßnahmen anbieten, mit deren Hilfe in erster Linie die Familien- bzw. Klassengemeinschaft gestärkt werden soll. So können beispielsweise Wochenendfreizeiten, Zeltlager oder längere Aufenthalte in Familienerholungsstätten bzw. Jugendherbergen organisiert werden, an denen Eltern mit allen ihren Kindern teilnehmen können. Das Programm könnte eine Mischung von Freizeitaktivitäten, gemeinsamen Gesprächskreisen und Angeboten nur für Eltern umfassen. Ziele sind die Stärkung des Zusammenhalts der Familie, die Intensivierung der Eltern-Kind-Beziehungen und die Verbesserung erzieherischer und bildender Kompetenzen. Derartige Angebote könnten auch nur für einkommensschwache Familien gemacht werden, die sich keinen kostspieligeren Urlaub leisten können. Ferner sind Wochenendfreizeiten nur für Väter und ihre Kinder denkbar, deren Beziehung oft relativ locker ist. An Wochenendfreizeiten könnten auch (Klassen-) Lehrer teilnehmen - ohne selbst irgendwelche Aufgaben übernehmen zu müssen. Solche Veranstaltungen fördern die Gemeinschaft von Schülern, ihren Lehrern und Eltern. Berührungsängste werden abgebaut und eine intensive Kommunikation ist jenseits des schulischen Kontextes möglich. Über das gemeinsame Tun in Workshops, in Diskussionsrunden und beim gemütlichen Beisammensein kommen Schüler, Lehrern und Eltern ins Gespräch und lernen einander besser kennen. So entsteht eine Vertrautheit miteinander, die sich positiv auf das Verhalten der Schüler und die Eltern-Lehrer-Beziehung auswirkt. Ein weniger aufwändiges Angebot sind von Sozialpädagogen oder Psychologen moderierte Gesprächskreise, die abends in der Schule stattfinden und an denen Lehrer, Eltern und Schüler teilnehmen. So befand sich früher auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus folgendes Beispiel: "Klassenelternabend der 8. Jahrgangsstufe, vorbereitet von einer Schülergruppe. Am Flipchart hängt die Tagesordnung, durch das Programm führt die Klassensprecherin. An den Gruppentischen werden in aus Lehrer(n), Eltern und Schüler(n) bestehenden Gruppen die vereinbarten Themen diskutiert, etwa: Welche Möglichkeiten gibt es, dass sich Eltern und Schüler über den Unterricht hinaus engagieren? Eltern präsentieren die Ergebnisse der Tischgruppen. Zum Abschluss werden die Maßnahmen zusammengestellt, die man gemeinsam anpacken möchte." 6. Angebote für besondere Zielgruppen Ferner können Veranstaltungen für Väter, Alleinerziehende oder Eltern mit Migrationshintergrund durchgeführt werden. Beispielsweise wurde die Präsenz von Migranteneltern an einer Schule in Cloppenburg dadurch erhöht, dass sie vor dem Übergang ihres Kindes von der Grundschule zur Hauptschule von Personen besucht werden, die ihre Heimatsprache sprachen. Nach einem ausführlichen Gespräch wurden sie zu einer Wochenendveranstaltung eingeladen, an der auch die zukünftigen Lehrer ihres Kindes teilnahmen. Die hier entstandenen Beziehungen trugen nicht nur dazu bei, dass die Transitionen relativ problemlos verliefen, sondern dass Migranteneltern auch häufiger an Elternabenden teilnahmen und zu den Lehrersprechstunden kamen. In Schulen mit vielen zugewanderten Eltern können Veranstaltungen zur Intensivierung des Kontakts zwischen deutschen und Migranteneltern durchgeführt werden. Beispielsweise können Migranten Literatur aus ihrem Herkunftsland und deutsche Eltern ihre Lieblingstexte vorstellen. Auch könnten muslimische Eltern christliche Familien in eine Moschee einladen und später dann gemeinsam mit den anderen Eltern eine Kirche besuchen. 7. Angebote für Lehrer und Eltern Ferner können Sozialpädagogen und Psychologen Veranstaltungen durchführen, auf denen sich Lehrer und Eltern besser kennen lernen - ohne dass es um das jeweilige Kind, seine Schulleistungen oder sein Verhalten geht. Denkbar sind beispielsweise:
Überlegenswert ist auch, ob man nicht abends reine Freizeitangebote für Eltern und Lehrer an der Schule organisieren könnte. Beispielsweise können Berührungsängste beim gemeinsamen Sport in der Turnhalle leicht abgebaut werden. Und beide Seiten tun etwas für ihre Gesundheit... 8. Organisation von Angeboten von Eltern für Kinder In den letzten Jahren wurden an vielen Schulen innovative Formen der Bildungspartnerschaft erprobt, die auch von Mitarbeitern anderer Institutionen ohne größeren Aufwand organisiert werden könnten. Dazu gehören beispielsweise:
Solche und ähnliche Veranstaltungen nutzen die besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen von Eltern für die Bildung der Schüler. 9. Organisation kompensatorischer Angebote für Kinder Kommen Eltern ihrer Erziehungs- und Bildungsfunktion nur unzureichend nach und wird dadurch die Weiterentwicklung ihrer Kinder beeinträchtigt, sollten seitens der Schule kompensatorische Maßnahmen durchgeführt werden. Hier sind natürlich in erster Linie die Lehrer gefragt, die dabei z.B. auf mobile sonder- und heilpädagogische Dienste zurückgreifen können. Aber auch Mitarbeiter von anderen Institutionen könnten relevante Angebote machen, zum Beispiel:
Und diese Liste ließe sich sicherlich noch fortsetzen... 10. Angebote für Lehrer Sozialpädagogen und Psychologen könnten in Elterngespräche eingebunden werden, wenn Lehrer mit schwerwiegenden Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Problemen von Kindern, mit großen Erziehungsschwierigkeiten oder starken Familienbelastungen wie z.B. Trennung/ Scheidung, Alleinerzieherschaft, Armut oder Arbeitslosigkeit konfrontiert werden. Da sie das Sozialsystem vor Ort kennen, können sie die Eltern an die zuständigen Beratungsstellen, psychosozialen Dienste und Behörden weitervermitteln - sofern sie ihnen nicht selbst helfen können. Ferner können Sozialpädagogen und Psychologen Lehrern eine individuelle Unterstützung bei Problemen mit Schülern (und deren Eltern) anbieten. Beispielsweise können sie mit ihnen ein unbefriedigend verlaufenes Elterngespräch reflektieren, ein Kind während des Unterrichts beobachten, dem Lehrer Feedback hinsichtlich seines Umgangs mit dem jeweiligen Schüler geben, die Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes klären und ein nun notwendiges Elterngespräch vorbereiten oder die richtige Vorgehensweise in einem Fall von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung bzw. sexuellem Missbrauch erklären. In diesem Kontext können sie die Lehrkräfte z.B. über die Grundsätze der Gesprächsführung, Möglichkeiten zur Vermeidung von Konflikten und Beratungstechniken informieren. In Einzelfällen könnte auch eine (Fall-) Supervision ermöglicht werden. Grundsätze einer erfolgreichen Vernetzung Eine gute Kooperation zwischen Schule und psychosozialen Diensten setzt eine genaue Kenntnis der Aufgaben, Arbeitsmethoden und Rahmenbedingungen der jeweils anderen Seite voraus. Jedoch sind viele Lehrer nur mangelhaft über deren Hilfsangebote informiert. Hinzu kommt, dass sie manchmal glauben, dass Weitervermittlung beratungsbedürftiger Eltern, Erschließung von Hilfen für verhaltensauffällige Kinder oder Schaffung kompensatorischer Angebote für Unterschichtkinder bedeutet, dass sie die jeweiligen Schüler bzw. Eltern nur an die Fachkräfte "abgeben" müssen und dann die Kinder "therapiert" zurückerhalten. Die Zusammenarbeit mit psychosozialen Diensten ist aber viel komplexer und anspruchsvoller. Dies verdeutlichen die folgenden Prinzipien, die bei dem Modellversuch "Vernetzung von Kindertageseinrichtungen mit psychosozialen Diensten" (Textor 2000) erarbeitet und nun für die Schule adaptiert wurden.
Damit diese Grundsätze umgesetzt werden können, sollten Lehrer und Mitarbeiter psychosozialer Dienste darauf hinwirken, dass Schulträger, Kommunen und Wohlfahrtsverbände eine Zusammenarbeit zulassen und fördern, z.B. durch entsprechende Fortbildungen, Genehmigung von Dienstgängen und Besuchen, die Übernahme eventueller Kosten oder die Bereitstellung von Kooperationsräumen. Ferner gilt es, die Finanzierung von hier genannten Leistungen sicherzustellen, die bisher nicht erstattet werden - also z.B. für Fallbesprechungen mit Lehrern oder für deren Beratung durch freiberuflich tätige Psychotherapeuten, Ärzte, Logopäden, Ergotherapeuten usw. Schließlich ist zu bedenken, dass die hier idealtypisch beschriebene fallspezifische Zusammenarbeit zwischen einer Lehrkraft und Mitarbeitern psychosozialer Dienste nur bei einigen wenigen Schülern an einer Schule notwendig ist. Im Verlauf eines Jahres werden also nur wenige Lehrer eines Kollegiums in eine Situation kommen, in der eine enge Kooperation mit einem psychosozialen Dienst sinnvoll ist. Schlusswort Die Einbindung von Sozialpädagogen, Psychologen und anderen Fachleuten von Familienbildungsstätten, Beratungsstellen, Jugendämtern und anderen Institutionen könnte zu einer Vielzahl von Angeboten für Schüler, Eltern und Lehrer führen, ohne dass den Schulen hohe Kosten entstehen würden. Zum einen würden die entsendenden Institutionen einen Großteil der Personalkosten tragen, zum anderen können elternbildende Veranstaltungen nach dem Erwachsenenbildungsgesetz gefördert werden. Selbstverständlich müssten die Schulen den Bedarf an den vorgenannten Angeboten ermitteln, bei den Vernetzungspartnern nach geeigneten Fachleuten suchen, deren Mitarbeit gewinnen und die verschiedenen Veranstaltungen koordinieren. Der Arbeitsaufwand seitens der Schulleitung dürfte aber begrenzt sein. Besonders wichtig ist, dass alle Lehrer hinter den Angeboten stehen und im Rahmen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft (Textor 2013) Eltern zu deren Nutzung zu gewinnen versuchen. Vor allem Eltern, die einen hohen Bedarf an Familienbildung und Beratung haben, sind oft nur schwer zu erreichen. Wenn die (Klassen-) Lehrer jedoch alle Möglichkeiten zu einem persönlichen Gespräch nutzen - auch unter Verwendung des Telefons oder im Einzelfall durch einen Hausbesuch -, würden sicherlich auch manche dieser Eltern ein für sie sinnvolles Angebot annehmen. Durch die Einbindung von Sozialpädagogen, Psychologen und anderen Fachleuten würden Schulen zu Kommunikationszentren und Lebensorten für Eltern, Kinder und Lehrer, in denen sich die genannten Personen wohl fühlen, an ihrer individuellen Weiterentwicklung arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Literatur Bailey, L.B. et al.: The Effects of Interactive Reading Homework and Parent Involvement on Children's Inference Responses. Early Childhood Education Journal 2004, 32, S. 173-178 Burnett, G./Jarvis, K.: So helfe ich meinem Kind beim Lernen. Kinder zu Hause motivieren und unterstützen. Mülheim an der Ruhr 2005 Dinkemeyer, D./McKay, G.D./Dinkemeyer, D.: STEP - Elternhandbuch. München 2001 Duell, B./Mandac, I.M.: Konflikttraining mit Eltern. Das Kooperationsprogramm für Schule und Elternhaus. Mülheim 2003 Gordon, T.: Familienkonferenz. Die Lösung von Konflikten zwischen Eltern und Kind. München 1989 Gordon, T.: Die Neue Familienkonferenz. Kinder erziehen ohne zu strafen. München 1994 Honkanen-Schoberth, P.: Starke Kinder brauchen starke Eltern. Der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes. Berlin 2003 Markie-Dadds, C./Sanders, M.R./Turner, K.M.T.: Das Triple P Elternarbeitsbuch. Der Ratgeber zur positiven Erziehung mit praktischen Übungen. Münster, 3. Aufl. 2003 Textor, M.R. (Red.): Vernetzung von Kindertageseinrichtungen mit psychosozialen Diensten. Abschlussbericht. München 2000 Textor, M.R.: Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in der Schule. Gründe, Ziele, Formen. Norderstedt 2009 Textor, M.R.: Zukunftsorientierte Pädagogik: Erziehen und Bilden für die Welt von morgen. Wie Kinder in Familie, Kita und Schule zukunftsfähig werden. Norderstedt 2012 Textor, M.R.: Elternarbeit in der Schule. Norderstedt 2013 |