Homepage von Ingeborg Becker-Textor
und Dr. Martin R. Textor




Aus: Martin R. Textor (Hrsg.): Hilfen für Familien. Ein Handbuch für psychosoziale Berufe. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2. Aufl. 1992, S. 419-437

Familienberatung und -therapie

Martin R. Textor

 

Familienberater und -therapeuten gehen davon aus, daß viele psychische Probleme, Verhaltensstörungen, psychosomatische Erkrankungen und Suchtkrankheiten ihren Ursprung im Beziehungsnetz des betroffenen Kindes oder Erwachsenen haben. Symptome resultieren also aus pathogenen Strukturen und Prozessen im sozialen Umfeld dieser Personen, insbesondere in ihren Familien. Familienberater schreiben jedoch den Menschen im Umkreis der verhaltensauffälligen Individuen nicht die Schuld für die Störungen zu, sehen diese nicht als Verursacher. Vielmehr gehen sie von einem systemtheoretischen Modell aus, nach dem jedes Element (Einzelperson, Subgruppe) von den anderen bestimmt wird und diese wiederum beeinflußt, nach dem es keine einfachen Ursache-Wirkungs-Kombinationen gibt, sondern komplexe Ereignisketten, Rückkoppelungsprozesse und zirkuläre Vorgänge.

Das gestörte Individuum wird als »Symptomträger« bezeichnet, da seine Symptome auf pathogene Familienstrukturen und -prozesse verweisen und diese symbolisieren. Die psychischen Probleme oder Verhaltensstörungen der Einzelperson werden somit in engem Zusammenhang mit interpersonalen Konflikten, Familienkrisen, unzureichend erfüllten Rollen, Kommunikationsstörungen, problematischen Beziehungsdefinitionen usw. gesehen. Aus dieser Sichtweise ergibt sich, daß das Beziehungsnetz des Symptomträgers zur eigentlichen Behandlungseinheit werden muß - für Familienberater ist der >Patient Familie< (Richter) therapiebedürftig. Die erkrankte Person wird zu dem von der Familie und der Öffentlichkeit »Identifizierten Patienten« (IP), der aber nicht wie von den Vertretern einer individuumsorientierten Sichtweise aus seinem Interaktionsfeld herausgenommen und separat behandelt werden darf. Vielmehr muß die Therapie am Ursprungsort der Probleme ansetzen und die Gesamtkonstellation pathogener Strukturen und Prozesse beachten. Somit klären Familienberater die Natur der Familienpathologie, helfen bei der Lösung von Problemen und Konflikten, verändern Kommunikationsprozesse, Beziehungsdefinitionen, Rollen und Systemeigenschaften. Dadurch werden indirekt auch das Verhalten und Erleben der Familienmitglieder modifiziert -und die Störungen des IP behoben, da ihre Ursachen und die sie aufrechterhaltenden interpersonalen Prozesse wegfallen. Bei der Familienberatung rückt also das Familiensystem in den Vordergrund und das Individuum in den Hintergrund.

Seit Ende der 50er Jahre entstand eine Vielzahl familientherapeutischer Ansätze. Zu ihren bekanntesten Vertretern gehören z. B. Boszormenyi-Nagy und Spark (1981), Bowen (1978), Haley (1977), Minuchin (1978); Patterson (1977), Richter (1969), Satir (1975), Stierlin (1975), Watzlawick, Weakland und Fisch (1979) sowie Napier und Whitaker (1979). Einen Überblick über verschiedene Ansätze ermöglichen beispielsweise die Sammelbände von Hoffman (1982), Schneider (1983) und Textor (1984). Je nach Ansatz mag die Behandlung kurz-, mittel- oder langfristig sein bzw. die Form einer Krisenintervention annehmen. Zumeist werden alle Familienmitglieder in die Beratung einbezogen, jedoch sind auch Sitzungen mit einzelnen Subsystemen (Ehedyade, Vater-Kind-Subsystem) oder unter Einbeziehung von Dritten (vor allem von Großeltern) üblich. Alle Beratungsansätze eignen sich für Sozialarbeiter, Psychologen, Ärzte usw., die entweder allein oder zusammen mit einem (gegengeschlechtlichen) Kotherapeuten arbeiten können.

Wie schon aus der großen Zahl verschiedener familientherapeutischer Ansätze offensichtlich ist, genügen sie nicht einem ganzheitlichen Menschenbild, erklären nicht umfassend die vieldimensionale Faktorenkomplexion in der Familien- und Therapiesituation und beachten nur unzureichend die Multikausalität von Phänomenen (vgl. Textor 1985). Sie sind einseitig, vereinfachend und aspekthaft, beschränken den Wahrnehmungsrahmen und Aktionsradius des Praktikers und sind ergänzungsbedürftig. Da sie jedoch ähnliche Konzepte, Hypothesen, Strategien und Techniken enthalten, lassen sie sich zu einer umfassenden Theorie der Familie, der Familienpathologie und der Familienberatung verknüpfen. Eine solche »integrative Theorie«, wie ich sie bereits für den Teilbereich amerikanischer Ansätze der Familientherapie entwickelt habe (Textor 1985), liegt den nachstehenden Aussagen zugrunde.

Therapieziele

Bei der Familienberatung sind drei Ebenen zu berücksichtigen, nämlich die des einzelnen Familienmitgliedes, die der Familie und ihrer Subsysteme (Ehe-, Eltern-Kind- und Geschwister-Subsystem) sowie die größerer Systeme (erweiterte Familie, Netzwerk, Institutionen, Gesellschaft). Die Therapieziele sollten sich auf jede dieser Ebenen beziehen. So ist anzustreben, daß sich die einzelnen Familienmitglieder in der Behandlung weiterentwickeln und reifer werden. Dazu müssen ihre Individuation, Selbstdifferenzierung und Selbstverwirklichung gefördert und hemmende Faktoren wie Wahrnehmungsstörungen, Abwehrmechanismen, irrationale Einstellungen, intrapsychische Konflikte, Ängste und negative Selbstwertgefühle abgebaut werden. Auch sind Introjekte zu klarifizieren, Projektionen aufzuzeigen und innere Abhängigkeiten zu lösen. Die Familienmitglieder sollen lernen, ihre Sinne richtig einzusetzen, sich selbst zu beobachten (Introspektion), alle Informationen zu verarbeiten, ihre Urteilsfähigkeit auszubauen und Probleme zu lösen. Zudem müssen sie ermutigt werden, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Emotionen offen auszudrücken, ihre Liebe zu zeigen und nach mehr Intimität zu streben. Schließlich sollten sie problematische Verhaltensweisen und Symptome abbauen und neue Anpassungsmechanismen lernen.

Auf der Ebene des Familiensystems sind die dialogische Begegnung, der Zusammenhalt und die wechselseitige Unterstützung der Familienmitglieder zu fördern. Dazu müssen diese Kommunikationsstörungen beheben, pathogene Konflikte lösen, Krisen bewältigen, die Machtverhältnisse zur Zufriedenheit aller klären und Beziehungen eindeutig definieren. Auch muß den Klienten geholfen werden, ihre Familien- und Geschlechtsrollen auf positive Weise auszuüben und die Haushalts-, Freizeit- und Sozialisationsfunktionen zu erfüllen. Vor allem müssen Familienmitglieder von Rollen wie der des Sündenbocks, Ersatzpartners oder Symptomträgers befreit werden. Die Ehepartner sollten zu einer intensiveren Beschäftigung mit ihren Kindern geführt werden oder effektives, entwicklungsförderndes Erziehungsverhalten lernen. Schließlich sind die Grenzen zwischen den einzelnen Subsystemen sowie zwischen der Familie und größeren Systemen neu zu bestimmen, ist ein stabiles (aber nicht starres) Äquilibrium im Familiensystem anzustreben.

Ein wichtiges Therapieziel auf der Ebene größerer Systeme ist die Verbesserung der Beziehung zwischen den Klienten und ihren Herkunftsfamilien. So müssen entweder die drei Systeme stärker voneinander abgegrenzt oder muß die Kluft zwischen ihnen überwunden werden. Eltern und Großeltern sollten einander als Erwachsene behandeln und in einen offenen Dialog eintreten; in vielen Fällen ist auch anzustreben, daß die Beziehungen der Familienmitglieder zu Freunden und Bekannten befriedigender gestaltet und Kinder in Gruppen Gleichaltriger eingegliedert werden, daß die Familie ihr Netzwerk ausbaut. Viele Klienten benötigen ferner Hilfe bei der Lösung von Problemen, die an ihrem Arbeitsplatz, in Kindergarten bzw. Schule oder in ihrem Verhältnis zu Behörden auftreten.

Anzumerken ist noch, daß diese Therapieziele für den gesamten Bereich der Familienberatung und -therapie gelten sollten. Jeder Berater oder Therapeut sollte in seinem Repertoire über Strategien und Techniken verfügen, die ein Erreichen der genannten Ziele ermöglichen. Welche speziellen Ziele jedoch im Einzelfall anzustreben sind, hängt selbstverständlich von der Diagnose und den Wünschen der Klienten ab.

Ablauf der Familienberatung

Eine Familienberatung beginnt in der Regel mit einem Telefonanruf, in dem eine Person um einen Beratungstermin bittet. Nimmt der Therapeut das Gespräch an, so erfragt er bereits wichtige Informationen über die Art der Symptomatik, die Zusammensetzung der Familie usw. Er versucht, einen ersten emotionalen Kontakt zu seinem Gesprächspartner anzubahnen, und lädt die ganze Familie zum Erstinterview ein.

Beim ersten Familiengespräch begrüßt der Therapeut zunächst die Familienmitglieder, bietet ihnen Sitzplätze an und leitet die wechselseitige Vorstellungsrunde ein. Da beide Seiten in dieser Situation oft nervös, unsicher, aufgeregt oder ängstlich sind, werden vielfach zunächst allgemeine Gesprächsthemen angeschnitten, bis sich alle Anwesenden ein wenig entspannt haben. Zur weiteren Beruhigung der Klienten kann dann das Erfragen allgemeiner Daten über die Familie beitragen. Anschließend werden die vorherrschenden Probleme und Konflikte ermittelt. Der Therapeut stellt ähnliche Fragen nacheinander an jedes einzelne Familienmitglied, wobei er in der Regel nicht mit dem Wortführer der Familie beginnt. So bekommt er einen Eindruck von den Sichtweisen und Schwierigkeiten einer jeden Person, die langsam zu einer Gesamtgestalt verdichtet werden. Auf diese Weise kann auch den Klienten verdeutlicht werden, daß alle unter Problemen, Konflikten oder Symptomen leiden. So wird langsam Verständnis für das familientherapeutische Paradigma geweckt, daß nicht nur eine Person (Symptomträger, IP) psychisch krank oder gestört ist, sondern daß die ganze Familie behandlungsbedürftig ist.

Bevor alle Familienmitglieder bereit sind, an der weiteren Behandlung teilzunehmen, sind oft noch große Widerstände zu überwinden. Deshalb erklärt der Berater ihnen immer wieder die wechselseitige Bedingtheit ihres Verhaltens und macht ihnen bewußt, wieso individuumsorientierte Behandlungsansätze häufig zum Scheitern verurteilt sind. Er verdeutlicht die Macht des Symptomträgers oder lenkt von ihm ah, indem er sich nach vorausgegangenen Familienkrisen erkundigt und dann die Symptome des IP als Reaktionen auf dieselben deutet. Zu diesem Zweck mag er auch auf pathogene Familienstrukturen und -prozesse aufmerksam machen, auf gemeinsame Schwierigkeiten verweisen und den Anteil eines jeden an den Familienproblemen aufzeigen. Ferner fragt er nach den Vorstellungen der Klienten von einem befriedigenden Familienleben, ermittelt ihre persönlichen Wünsche und verdeutlicht so, daß die Behandlung für jedes Individuum gewinnbringend sein kann. Manchmal appelliert er auch an die Liebe der Familienmitglieder für den IP oder setzt seine Autorität ein, um alle zur Teilnahme an den Sitzungen zu motivieren. Vielfach gelingt es jedoch dem Therapeuten im Erstinterview nicht, den Brennpunkt vom Symptomträger auf die ganze Familie zu verschieben. So muß er entweder seine Bemühungen in den späteren Sitzungen fortsetzen und die Problemdefinition der Klienten akzeptieren und pathogene Familienstrukturen bzw. -prozesse mit eher indirekten Methoden (z. B. paradoxen Techniken) modifizieren.

Im ersten Familiengespräch beginnt der Berater, mit allen Familienmitgliedern eine Vertrauensbasis aufzubauen und eine therapeutische Beziehung anzubahnen. Dieses versucht er u.a. dadurch, daß er jedes Individuum als einzigartige Person respektiert, ihm gegenüber Empathie, Verständnis, Wertschätzung und Zuwendung zeigt, ihm auf der Ich-Du-Ebene (Dialog) begegnet und Anteil an seinem Leben nimmt. So gewinnt er sein Vertrauen und Zugang zu seinen Erlebnissen, Gefühlen und Gedanken. Dazu ist aber auch wichtig, daß der Therapeut sich selbst in seiner Ganzheit in das Gespräch einbringt, sich selbst offenbart sowie ehrlich, offen, authentisch und echt reagiert. Auch muß er allparteilich und fair sein, sollte er seine Anteilnahme auf alle Seiten gleichmäßig verteilen und allen das Gefühl vermitteln, wertvoll und wichtig zu sein.

Durch seine Anschlußmanöver und das Einbringen seiner Persönlichkeit wird der Berater zu einem Teil der Familie. In dem entstehenden therapeutischen System steht er als einzelner vielen gegenüber. So muß er danach trachten, eine höhere Position als die anderen einzunehmen und Macht zu gewinnen, da er sonst Veränderungsprozesse nicht in die Wege leiten kann. Jedoch darf er auch die Eltern nicht entmachten, die sich ja in Anwesenheit ihrer Kinder an ihn um Rat und Hilfe wenden und deren Fehler, Unzulänglichkeiten und Probleme deutlich werden. So erkennt er deren Position an und läßt sie die Führung der Familie übernehmen. Seine Macht gewinnt der Berater hingegen dadurch, daß er sich als Experte etabliert, aktiv in das Geschehen während der Sitzung eingreift, das Gespräch lenkt, Anweisungen gibt, Übertragungsprozesse ausnutzt oder ein Disäquilibrium erzeugt. Auch mag er paradoxe Techniken einsetzen, also z. B. die Verantwortung für die Leitung der Sitzung ablehnen, nur indirekt zu Verhaltensänderungen auffordern, Symptome verstärken oder entgegen den Erwartungen der Klienten handeln.

Der Therapeut gewinnt ferner dadurch an Macht, daß er schon beim ersten Interview Regeln für das gemeinsame Gespräch festlegt. So bestimmt er, daß z.B. immer nur eine Person reden darf, daß niemand sie unterbrechen oder für sie sprechen soll, daß Fragen direkt zu beantworten sind und daß Flüstern, Schreien und Streiten verboten sind. Auf diese Weise vermittelt er ihnen einen Kommunikationsstil, der für ein offenes Gespräch und das Lösen von Problemen förderlich ist. Auch kann der Berater nur unter solchen Bedingungen verständnisvolle Dialoge zwischen den Familienmitgliedern fördern. Nur dann werden diese sich selbst und ihre Beziehungen relativ ruhig analysieren können.

Schon im Erstinterview sammelt der Berater eine Vielzahl diagnostisch relevanter Informationen, verschafft sich einen Eindruck von den vorherrschenden Problemen und stellt erste Vermutungen über deren Ursachen an. Vereinzelt greift er schon therapeutisch ein, fördert z. B. einen guten Kommunikationsstil und das wechselseitige Verstehen der Familienmitglieder, stärkt die Autorität der Eltern, kontrolliert vorbildhaft das Verhalten der Kinder oder hilft bei der Bewältigung von Krisen. Ferner klärt er, ob überhaupt eine Familienbehandlung indiziert ist, ob eine Zusammenarbeit mit der Familie möglich ist oder oh die Klienten an andere psychosoziale Einrichtungen zu überweisen sind. Hält er eine Familientherapie für sinnvoll, informiert er über deren Ablauf, Anforderungen und Bedingungen. Er definiert seine eigene Rolle, klärt Erwartungen und geht auf Mißverständnisse ein. Schließlich bespricht er mit den Familienmitgliedern die Ziele für die weitere Behandlung und schließt mit ihnen (indirekt) einen Therapiekontrakt ab. Bei der Verabschiedung verstärkt er ihre Hoffnung auf eine baldige Verbesserung ihrer Situation.

In den nächsten Sitzungen verfolgt der Therapeut ähnliche Ziele wie bei dem ersten Familiengespräch, d. h. er arbeitet weiterhin an der Verschiebung des Brennpunktes von dem Symptomträger auf die gesamte Familie, der Herstellung einer therapeutischen Beziehung und der Motivation der Familienmitglieder zur Fortsetzung der Behandlung. Im Mittelpunkt des Geschehens steht aber nun die Diagnose, die alle relevanten Daten und möglichst viele verschiedene Gesichtspunkte erfassen sowie die Entwicklung eines Behandlungsplanes und die Auswahl erfolgversprechender Therapietechniken ermöglichen sollte. Auch bei der Diagnose sind wieder die drei zuvor erwähnten Ebenen zu berücksichtigen:

  1. Individuum: Gesundheitszustand, Entwicklungsstufe, Symptome, Persönlichkeitsstruktur, Psychodynamik, Selbstbild, Motive, vorherrschende Gefühle, kognitive Fähigkeiten, Verhalten usw.
  2. Familie: Familiengeschichte, erreichte Stufe im Familienzyklus, Familienstruktur, Familiendynamik, Konflikte, Kommunikationsstörungen, Beziehungsdefinitionen, Grenzen, Sexualität, Rollendifferenzierung, -zusehreibung und -ausübung, Regeln, Erziehungsstil, Erziehungsprobleme, Mythen, Delegation, Freizeitgestaltung, Ressourcen usw.
  3. Größere Systeme: Mehrgenerationendynamik (Loyalitäten, Vermächtnisse, Schulden und Verdienste, Geheimnisse, Konflikte), Grenzen, Beziehung zu Nachbarn und Freunden, Probleme in Schule und am Arbeitsplatz, Werte, Normen usw.

Diagnostische Erkenntnisse zu diesen oder anderen Punkten werden aus den Berichten der Familienmitglieder (und Dritter wie z. B. Lehrer, Ärzte oder Pfarrer), durch klinische Beobachtungen, mit Hilfe von Tests (Cromwell, Olson und Fournier 1976) und bei Hausbesuchen gewonnen. Zusammen mit den von den Klienten geäußerten Wünschen fließen sie in die Therapieziele ein, die der Berater entweder für sich oder gemeinsam mit den Familienmitgliedern entwickelt und oft operationalisiert. Auch sind sie Voraussetzung für die Entwicklung einer Behandlungsstrategie, von der die Auswahl bestimmter Verhaltensweisen, Interventionen und Therapietechniken abhängt.

In der mittleren Therapiephase versucht dann der Therapeut, den Behandlungsplan in die Tat umzusetzen, wobei er eine Vielzahl von Techniken (s. u.) verwenden kann. Immer wieder betont er, daß die Klienten selbst für den Therapieerfolg verantwortlich sind und intensiv an sich selbst, ihren Beziehungen und ihren Problemen arbeiten müssen. Oft muß er große Widerstände überwinden, bevor erste Veränderungen auftreten. So mögen die Familienmitglieder wichtige Informationen verschweigen, verschlossen sein, den Berater von bestimmten Themen abzulenken versuchen, ihn disqualifizieren, ihn in Bündnisse verwickeln, nur über den IP sprechen wollen usw. Zudem haben Familiensysteme das Bestreben, ein inneres Gleichgewicht (Homöostase) aufrechterhalten zu wollen, und widersetzen sich größeren Veränderungen. Manchmal werden Widerstände auch von Dritten (z. B. Großeltern oder engen Freunden) erzeugt. In solchen Situationen sucht der Therapeut nach den Ursachen, geht auf diese in seinen Interpretationen ein, verschleiert seine Interventionen, gibt Anweisungen nur noch indirekt und scheinbar nebensächlich, droht mit dem Abbruch der Behandlung oder setzt paradoxe Techniken ein (etikettiert Widerstände z. B. als etwas Positives, schreibt sie vor oder unterwirft sie seiner Kontrolle). Auch mag er Konflikte aktivieren, die Verzweiflung der Klienten vergrößern und so Streß erzeugen, der zu einem Handlungszwang führt.

Die ersten positiven Veränderungen sind oft so klein, daß sie nur sehr schwer zu erkennen sind. Der Berater begrüßt und verstärkt sie oder ist pessimistisch und besorgt - wobei er durch das letztgenannte Verhalten oft paradoxerweise eine schnellere Verbesserung der Situation erreicht. Im Verlauf der Behandlung mißt er immer wieder den Fortschritt der gemeinsamen Bemühungen und überprüft, inwieweit die Therapieziele bereits erreicht wurden. Oft treten nun aber neue Probleme auf, so daß der Therapievertrag erweitert werden muß.

Gegen Ende der Familienbehandlung zieht sich der Berater immer mehr zurück, wird inaktiv und übernimmt eine Zusehauerrolle. Oft vergrößert er dann auch den Abstand zwischen den Sitzungen. Manchmal ist es sinnvoll, auf einen formellen Abschluß zu verzichten und die Behandlung mit dem Hinweis ausklingen zu lassen, daß sie bei neuen Problemen sofort fortgesetzt werden könne. Ansonsten wird in der letzten Sitzung zusammengefaßt, was im Verlauf der Beratung geschah und welche Therapieziele erreicht wurden. So kann das Vertrauen der Klienten in ihre eigenen Fähigkeiten gestärkt und ihre Motivation vergrößert werden, weitere positive Veränderungen in die Wege zu leiten. Bei der Verabschiedung betont dann der Berater, daß er selbstverständlich bei größeren Schwierigkeiten erneut konsultiert werden kann.

Der Familienberater

Ein Familientherapeut sollte möglichst eine ausgereifte und gefestigte Persönlichkeit besitzen und psychisch gesund sein. Auch ist wichtig, daß er zur Introspektion fähig ist, Selbstvertrauen hat, durchsetzungskräftig, verantwortungsbereit, sensibel und objektiv ist, von allen Wahrnehmungskanälen Gebrauch macht und viele Informationen gleichzeitig verarbeiten kann. Ferner sollte er viel Lebenserfahrung besitzen, signifikante Erlebnisse in seiner Herkunftsfamilie durchdacht haben, positive Beziehungen (Partnerschaft, Ehe) erlebt haben und den Umgang mit (schwierigen) Kindern beherrschen. Es ist notwenig, daß er eine familientherapeutische Zusatzausbildung absolviert hat und sich Kenntnisse und Techniken aus anderen Therapieformen aneignet.

Auch sollte der Familienberater fähig sein, immer wieder zwischen verschiedenen Rollen wie denen des Experten, Lehrers, Ratgebers, Vermittlers, Schiedsrichters, Katalysators, teilnehmenden Beobachters oder Zuschauers zu wechseln. Vor allem sollte er sich seiner Vorbildwirkung bewußt sein und diese gezielt einsetzen. Insbesondere wenn er mit einem gegengeschlechtlichen Kotherapeuten zusammenarbeitet, können sie gemeinsam eine partnerschaftliche und funktionierende Beziehung zwischen Mann und Frau repräsentieren sowie die Rollen von Vater und Mutter gegenüber den Kindern ihrer Klienten »vorspielen«. So können sie den Erwachsenen die richtigen Verhaltensweisen vormachen und sie indirekt zur Nachahmung auffordern. Zugleich können sie sich intensiver gleichgeschlechtlichen Klienten widmen, sich gegenseitig unterstützen und einander ergänzen.

Je nach ihrem Wesen und ihrer Persönlichkeitsstruktur mögen Familienberater mehr oder weniger aktiv sein. Manche sind generell passiv und emotional unbeteiligt, halten Abstand von den Klienten und konzentrieren sich auf das Zuhören. Andere sind dominant und direktiv, kontrollieren das Verhalten ihrer Klienten und greifen aktiv in deren Leben ein. Jedoch können sie auch indirekte, paradoxe oder sehr komplexe Techniken einsetzen und so ihre intensive Einflußnahme verheimlichen. Je nach ihren individuellen Eigenarten mögen Therapeuten auch mehr oder weniger von ihrer Persönlichkeit, ihren Gefühlen, Gedanken, Bedürfnissen und Werten offenbaren.

Therapietechniken

Der Familienberater kann zwischen einer Vielzahl von Therapietechniken wählen, um seinen Behandlungsplan zu realisieren und spezifische Feinziele zu erreichen. Diese können eingesetzt werden, um Veränderungen auf den Ebenen des Individuums, des Familiensystems und größerer Systeme zu erzeugen. Dabei mögen schon kleine Modifikationen aufgrund von Rückkoppelungsprozessen zu größeren Veränderungen führen, die auf andere Subsysteme übergreifen und einander weiter verstärken können. Wichtig ist, daß der Berater direkt oder indirekt in alle Systeme eingreift, die einen Anteil an der Erzeugung und Aufrechterhaltung von Problemen haben.

Techniken zur Veränderung von Einzelpersonen

Auf der Ebene des Individuums fördert der Familientherapeut die Selbstdifferenzierung seiner Klienten und stärkt ihre Selbstwertgefühle, indem er ihre Einzigartigkeit hervorhebt. Unterschiede in Wahrnehmung, Erleben und Denken herausstellt, ihnen ein Recht auf Privatsphäre zuspricht, sie als gleichberechtigte Personen behandelt und ihre Stärken betont. Auch hilft er ihnen, eine positive Haltung gegenüber ihrem Körper, Aussehen und Geschlecht sowie ihrer Sexualität zu entwickeln. Er betont, daß sie für ihre Worte, Gedanken, Gefühle und Handlungen selbst verantwortlich sind und diese kontrollieren können. Zugleich fordert er sie auf, ihre Rollen selbst zu definieren und Durchsetzungsfähigkeit zu entwickeln, so daß sie sich selbst verwirklichen können. Dieses darf aber nicht auf Kosten der anderen Familienmitglieder geschehen, sondern muß mit diesen ausgehandelt werden. Auch müssen sich die Klienten ihrer Bedürfnisse nach Dialog und Austausch, Liebe und Intimität bewußt werden und erkennen, daß sich ein »gesundes« Familienleben in fortwährendem Wechsel von Individuation und Vereinigung, von Abgrenzung und Annäherung vollzieht.

Der Familientherapeut motiviert seine Klienten zur Introspektion und fördert ihre Selbsterkenntnis. So macht er unbewußte Beweggründe und Bedürfnisse bewußt und deckt verdrängte Erlebnisse und Gefühle auf, wobei er von dynamischen und genetischen Interpretationen, von Konfrontation und Traumdeutung Gebrauch machen kann. Auch untersucht er den Ursprung von Problemen, Ängsten und intrapsychischen Konflikten, indem er mit den älteren Familienmitgliedern über frühkindliche Traumata, signifikante Erlebnisse in den Ursprungsfamilien und dort übernommene (pathologische) Rollen, unbewußte Aufträge und Introjekte spricht. Er verdeutlicht, wie das Vorbild der Großeltern und die in den Herkunftsfamilien erlebten Probleme die gegenwärtigen Beziehungen prägen und hilft bei der Beendigung von Trauerprozessen (auch unter Verwendung von Zeremonien), der Lösung von starken Loyalitätsbindungen und dem Ausbalancieren von Verpflichtungen, »Verdiensten« und »Schulden« (vgl. Boszormenyi-Nagy und Spark 1981).

Viele Hinweise auf die Bedeutung und Qualität früherer Beziehungen gewinnt der Familienberater auch aus der Analyse von Übertragungen. So übertragen erwachsene Klienten auf ihn Gefühle, Einstellungen, verdrängte Konflikte usw. aus ihrer Kindheit und verhalten sich ihm gegenüber oft so, wie sie sich als Kinder gegenüber ihren eigenen Eltern verhalten haben. Kinder und Jugendliche behandeln ihn hingegen vielfach so, wie sie in der Kleinkindheit bzw. in der Gegenwart ihren Eltern gegenüber reagieren. Oft analysiert der Familientherapeut auch die »Skripte« (Kottwitz 1976) der erwachsenen Klienten, d. h. die Lebensentwürfe, die in ihrer Kindheit aufgrund elterlicher Einflüsse entstanden und das natürliche Verhalten durch internalisierte Verfügungen, Anweisungen und daran geknüpfte Gefühle (Ängste) einschränken. Er macht diese Skripte bewußt, so daß frühkindliche Erfahrungen revidiert und durch rationale, durchdachte Entscheidungen ersetzt werden können.

Der Familienberater verbessert ferner die Wahrnehmung und die Informationsverarbeitung seitens der Klienten. So schult er deren Beobachtungsfähigkeit, indem er immer wieder nachfragt, was sie gesehen, gehört und empfunden haben. Er verdeutlicht die Komplexität der Realität und ihre Verfälschung durch Vermutungen, Voreingenommenheit und die Überzeugung von der alleinigen Gültigkeit der eigenen Erfahrungen, indem er z. B. alternative Sichtweisen anbietet, Unterschiede in den Wahrnehmungen von zwei oder mehreren Klienten herausstellt und den Wahrnehmungsrahmen verändert (also beispielsweise positive Aspekte von einem negativ gesehenen Ereignis aufzeigt). Ferner deckt der Therapeut irrationale Einstellungen auf, macht die Unerreichbarkeit von utopischen Zielen und übertriebenen Wünschen deutlich, stellt extreme Normen in Frage oder fördert die Gewissensbildung bei mangelndem Wertbewußtsein. Auch untersucht er das Selbst-, Paar- und Familienkonzept der einzelnen Familienmitglieder, d.h. deren Einstellungen, Wahrnehmungen und Gefühle von sich selbst, ihren Beziehungen und dem Familienganzen, macht auf Widersprüche und Dissonanzen aufmerksam und führt zu einer interpersonalen und intrapsychischen Kongruenz zwischen den Konzepten. Der Familienberater hilft den Klienten, sich ihrer Motive, Bedürfnisse und Wünsche bewußt zu werden und diese zu bewerten. So mag er ein Familienmitglied die Motivation zu einem bestimmten Verhalten darstellen lassen und es dann auffordern, einen anderen Stuhl einzunehmen und von dort seine Beweggründe objektiv zu analysieren. Auch zeigt er Möglichkeiten zur Befriedigung von Bedürfnissen auf. Ferner bringt er die Klienten (insbesondere Männer) mit ihren Gefühlen in Kontakt und erweitert deren Bandbreite. So gibt er gehemmten Personen die explizite Erlaubnis zu Freude und Genuß, fördert positive Emotionen und baut negative psychische Kräfte wie Ängste, Aggressionen und Schuldgefühle ab.

Der Familientherapeut macht den Klienten ihr eigenes Verhalten und ihre Erscheinung bewußt, indem er anspricht, wie sie auf ihn wirken, sie von anderen beschreiben läßt oder Videoaufnahmen vorspielt. Er wirkt auf pathologische oder gestörte Verhaltensweisen ein, indem er direkt zu ihrer Korrektur auffordert, sie definiert und die Häufigkeit ihres Auftretens von anderen zählen läßt, sie ignorieren läßt und ihnen auf andere Weise die Verstärker entzieht. Auch mag er durch Hausaufgaben oder andere Anweisungen Situationen schaffen, in denen sich Familienmitglieder anders als zuvor verhalten müssen. Ferner lehrt der Therapeut seinen Klienten neue Reaktionen, indem er diese z. B. genau beschreibt, vormacht und üben läßt oder indem er Techniken wie Operantes Konditionieren, Verhaltensausformung, Rollenspiel usw. einsetzt (Patterson 1977).

Insbesondere muß sich der Familienberater auf den Abbau symptomatischer Verhaltensweisen konzentrieren, wozu er verhaltenstherapeutische Techniken oder Medikamente einsetzen mag. Er kann auch den Symptomen eine andere Bedeutung (z. B. als Hilferuf oder als Waffe in Konflikten) zuschreiben oder sie als Reaktionen definieren, die der IP selbst kontrollieren kann. Zudem mag er die Symptome absurd erscheinen lassen, übertreiben oder zu deren Steigerung auffordern (Symptomverschreibung). Wenn es sich bei dem IP um ein Kind handelt, kann der Therapeut das symptomatische Verhalten auch über die Beeinflussung der Eltern modifizieren. So kann er sie für das Kind verantwortlich machen und auffordern, endlich die ihnen zustehende Autorität zu übernehmen und dessen Verhalten zu kontrollieren. Ferner kann er sie bestimmte Erziehungs- und Therapietechniken lehren, diese im Rollenspiel einüben und sie später in seiner Anwesenheit einsetzen lassen. Schließlich kann er die Eltern motivieren, Verhaltensverträge mit ihren Kindern abzuschließen, die bestimmte Belohnungen und/oder Strafen für genau definierte Reaktionen festlegen.

Techniken zur Veränderung der Familie

Auf der Ebene der Familie und ihrer Subsysteme wirkt der Therapeut auf Kommunikations- und Interaktionsprozesse ein. Er verdeutlicht, wie Kommunikationsstörungen und Mißverständnisse durch die unterschiedliche Interpunktion von Ereignisketten, verschiedene Perspektiven, die Verwendung unklarer oder vieldeutiger Begriffe, unvollständige Botschaften oder den Einfluß von Vorannahmen, Vermutungen, Abwehrmechanismen u. ä. hervorgerufen werden. Oft zeigt er auch auf, daß verbale Botschaften und nonverbales Verhalten inkongruent sind oder wie durch Gesichtsausdruck, Tonfall und Gestik andere Familienmitglieder abgeblockt, gelenkt oder manipuliert werden. Zur Verdeutlichung dieser Kommunikationsstörungen kann er von Tonband- und Videoaufnahmen Gebrauch machen.

Parallel dazu vermittelt der Familienberater den Klienten ein positives kommunikatives Verhalten. Er hält den jeweiligen Sender an, seine Worte, sein nonverbales Verhalten, seine Gefühle und seine Absichten miteinander in Einklang zu bringen. Auch sollte dieser von der Ich-Position aus reden, sich auf das Wesentliche konzentrieren, vollständige und eindeutige Botschaften senden und den Empfänger direkt ansprechen. Zudem lernt er, wie man Gedanken und Gefühle auf angemessene Weise ausdrückt, Kritik übt oder eine andere Meinung zum Ausdruck bringt. Der Empfänger wird angehalten, dem Sender genau zuzuhören, sein nonverbales Verhalten zu beobachten und vor dem Reagieren erst die erhaltenen Botschaften zu reflektieren. Auch wird er aufgefordert, den Sender sofort um Klarifizierung unverständlicher, widersprüchlicher oder mehrdeutiger Botschaften zu bitten. Er soll also auf Gedankenlesen verzichten, den Sender nicht nach alten Erfahrungen beurteilen und sein Bild von ihm immer wieder an der Realität überprüfen. Oft wird er gebeten, die Botschaften des Senders mit eigenen Worten zu wiederholen und zu interpretieren, wobei Verfälschungen durch Vorurteile und Vorannahmen sichtbar werden.

Generell motiviert der Familienberater seine Klienten zu mehr Offenheit über die eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse. Er möchte sie zu einem echten Dialog und einer intensiven Begegnung führen, bei der sie sich verstanden und als einzigartige Individuen akzeptiert fühlen. So spricht er auch tabuisierte Themen, Unangenehmes (wie z. B. sexuelle Vorlieben) und Geheimnisse an, unterbricht oberflächliche Gespräche und unterbindet Versuche, einen Dialog zu stören, Fragen auszuweichen oder von einem Thema abzulenken. Zudem regt er jedes Familienmitglied an, die subjektive Welt der anderen zu erschließen, sich auf sie zu konzentrieren und auf sie einzugehen.

Ein derartig effektives und intensives Kommunikationsverhalten kann mit Hilfe von Rollenspiel, Modellernen, Verstärkung und Hausaufgaben gefördert werden. Es kann aber auch bei der Lösung von Problemen und Konflikten vermittelt werden. So macht der Familienberater verdrängte Probleme bewußt, deckt verheimlichte Konflikte auf und aktualisiert sie. Ferner zeigt er den Zusammenhang zwischen intrapsychischen und interpersonalen Konflikten auf und führt erstere auf die zwischenmenschliche Ebene zurück, da sie dort leichter gelöst werden können. Dann läßt er die Klienten die Streitfragen ruhig ausdiskutieren, indem er Demütigungen, Wutausbrüche, ungerechtfertigte Anschuldigungen, Ausweichmanöver, Fluchtversuche und andere konflikterhaltende bzw. -verstärkende Prozesse unterbindet. Zudem bespricht er mit ihnen, wie man Konflikte und Probleme löst: So sind die anstehenden Fragen zunächst genau zu definieren, ist der eigene Standpunkt zu bestimmen. Dann sind möglichst viele Lösungsmöglichkeiten zu suchen und deren Vor- und Nachteile zu ermitteln, bevor sich die Klienten für eine Alternative entscheiden, einen Plan zu deren Realisation ausarbeiten, ihn ausführen und den Erfolg ihrer Aktionen überprüfen können. Beim Praktizieren dieser Vorgehensweise hilft der Berater, indem er den Verhandlungsprozeß kontrolliert, auf das Einhalten der Gesprächsregeln pocht, Fairness garantiert und als Vermittler oder Schiedsrichter fungiert. Auch beleuchtet er neue Aspekte des Konfliktgegenstandes und alternative Lösungsmöglichkeiten, klärt Mißverständnisse, macht auf unterschiedliche Perspektiven und unerfüllbare Wünsche aufmerksam und hält zu Kompromißbereitschaft an.

Der Familientherapeut erfaßt ferner Interaktionsmuster, Beziehungsdefinitionen und Familienregeln. Er macht sie den Klienten bewußt, indem er sie aufzeichnet bzw. graphisch darstellen läßt, ihre Veränderung im Verlauf der Jahre anhand einer »Familienchronologie« (Kaufman 1979) aufzeigt oder sie in der Form von »Familienskulpturen« (Constantine 1978) durch die Klienten darstellen bzw. nachspielen läßt. Auch verändern die Familienmitglieder mit seiner Hilfe Beziehungsdefinitionen, indem sie ihre Rollen neu bestimmen, andersartige Verhaltensweisen zeigen, Bündnisse auflösen oder kurzzeitig Rollen wechseln. Der Familienberater widmet sich besonders der Definition der Ehebeziehung, wobei er unbewußte Vereinbarungen, widersprüchliche Erwartungen und ungenannte Wünsche bewußtmacht. Unter seiner Anleitung entwickeln die Ehepartner in offenen Verhandlungen einen neuen Ehevertrag, der eindeutige und realistische Abmachungen umfaßt, die Erfüllung der Bedürfnisse beider Seiten gewährleistet und niemanden benachteiligt. In diesem Zusammenhang wird oft auch die sexuelle Beziehung der Partner verbessert, wobei Dysfunktionen behoben, erotische Interessen am anderen stimuliert, neue Techniken empfohlen und Neigungen geklärt werden.

Ferner klärt der Berater die Familienregeln und regt an, unangemessene, extreme oder sich negativ auswirkende Regeln durch bessere zu ersetzen. Auch prüft er, ob sie flexibel gehandhabt und auf akzeptable Weise durchgesetzt werden. Insbesondere beschäftigt er sich mit denjenigen Regeln, die für das Verhalten der Kinder gelten. Er rät den Eltern, deren Rechte und Pflichten genau zu definieren und altersgemäß festzulegen, Strafen für die Mißachtung von Regeln zu bestimmen und diese konsequent einzusetzen. So kann erreicht werden, daß die Erwachsenen die Verantwortung für das Verhalten ihrer Kinder und dessen Kontrolle übernehmen, was besonders wichtig in denjenigen Fällen ist, in denen ein Kind oder Jugendlicher als IP präsentiert wird.

Oft wirkt der Berater auch auf die Familienstruktur ein. So hilft er den Ehepartnern, die Leitung der Familie zu übernehmen, wozu sie Meinungsverschiedenheiten beheben, Machtkämpfe beenden und ihre Beziehung als ein partnerschaftliches Verhältnis definieren müssen. Er setzt sich für die Abgrenzung der Ehedyade von den Kindern ein, die dann von Rollen wie der des Ersatzpartners oder Sündenbocks befreit werden können. Wenn sie bisher z. B. als Symptomträger zuviel Macht innegehabt haben, so läßt er sie auf eine niedrigere Position in der Familienhierarchie verweisen, indem er ihre Unreife, Schwäche und mangelnden Fähigkeiten betont. In solchen Fällen muß er oft den Eltern helfen, sich gegenüber ihren Kindern durchzusetzen und ihren Gehorsam zu erreichen. Häufig muß der Familientherapeut versuchen, Kinder aus der Verwicklung mit Elternteilen zu befreien, oder eine weitere Parentifizierung verhindern. So kann er z. B. den Erwachsenen erklären, welche Verhaltensweisen, Rechte und Pflichten für die jeweilige Entwicklungsstufe angemessen sind. Er intensiviert die Beziehung zwischen den Partnern, motiviert den peripheren Elternteil, in die symbiotische Beziehung einzubrechen und sich mehr mit seinem Kind zu beschäftigen, gliedert das Kind in Gruppen Gleichaltriger ein oder rät dem symbiotischen Elternteil, sich intensiver mit Freunden und Freizeitaktivitäten zu beschäftigen. Auch mag er die Verwicklung steigern, bis sie unerträglich wird, indem er z. B. den symbiotischen Elternteil das Kind die ganze Woche lang intensiv beobachten läßt. Manchmal schließt er ihn von mehreren Sitzungen aus, so daß er die Beziehung zwischen peripherem Elternteil und Kind verbessern und Grenzen verstärken kann. Überbehütung und übergroße Besorgtheit mit ihren negativen Konsequenzen werden bewußtgemacht; dasselbe gilt für sehr autoritäre oder permissive Erziehungsstile, unrealistische Erziehungsziele, stereotype Leitbilder, geschlechtsspezifische Erwartungen usw. Dann informiert der Familienberater die Eltern über positiv beurteilte pädagogische und psychologische Theorien und vermittelt ihnen effektive Erziehungstechniken. Er berät sie bei der Entwicklung eines Planes zur Behandlung der Kinder und bei seiner Realisation.

In vielen Fällen setzt sich der Familienberater für eine Intensivierung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern ein, falls letztere z. B. vernachlässigt wurden. So macht er ersteren beispielsweise vor, wie man mit einem Kind spielt. Er hilft ihnen, das Vertrauen ihrer Kinder zu gewinnen, sich in diese hineinzuversetzen, ihre Erlebnisse aufzugreifen, ihre Individualität zu achten und ihnen mehr Liebe, Wärme und Zärtlichkeit entgegenzubringen. Ferner rät er den Eltern, ihre Kinder an Entscheidungen zu beteiligen, also beispielsweise Familienkonferenzen (Gordon 1972) einzuführen. Insbesondere wenn die Mutter aufgrund von Berufstätigkeit überlastet ist oder die Haushaltsführung allein übernommen hat, schlägt er den Eltern vor, ihren Kindern mehr Pflichten zu übertragen und sie Aufgaben in Haus und Garten übernehmen zu lassen. Auf diese Weise können sich diese nützlich und produktiv fühlen, neue Fertigkeiten lernen und an Selbstbewußtsein gewinnen. Wenn eine gerechtere Arbeitsteilung in der Familie eingeführt werden soll, muß natürlich auch der Vater einbezogen werden, wobei sich dieser oft die notwendigen Fähigkeiten erst aneignen muß. Manchmal muß der Familienberater den Klienten zudem helfen, den Haushalt besser zu organisieren, indem er mit ihnen z. B. einen Zeitplan für die anfallenden Arbeiten entwickelt und diese genau durch spricht.

Techniken zur Veränderung größerer Systeme

Auf der Ebene größerer Systeme wirkt der Familienberater auf die Beziehung zwischen den Klienten und ihren Herkunftsfamilien ein, wobei er Großeltern und andere Verwandte zu einzelnen Sitzungen einladen mag. Die mittlere Generation hat oft die größte Angst vor gemeinsamen Treffen und zeigt den meisten Widerstand, hat aber in der Regel den größten Gewinn von ihnen. Diese Sitzungen dienen der Verdeutlichung des drei oder vier Generationen umspannenden Familiengeschehens, dem Aufzeigen von Projektionen, Übertragungen, Delegationen, Introjekten und Vorurteilen, dem Aufdecken von Konflikten, Geheimnissen und Mythen sowie der Beschäftigung mit der ethischen Dimension von Beziehungen (Boszormenyi-Nagy und Spark 1981). Den erwachsenen Klienten wird bewußt, daß sie Bürden aus ihrer Vergangenheit in die Zeugungsfamilie mitgebracht haben, also z. B. beieinander oder bei den Kindern die ihnen in ihrer Ursprungsfamilie vorenthaltene Liebe, Befriedigung und Bestätigung suchen oder den Partner entsprechend den in ihrer Kindheit gelernten Rollenerwartungen sehen. Sie werden mit Traumata und Frustrationen aus ihrer Vorgeschichte konfrontiert, so daß sie diese verarbeiten und aus ihrer gegenwärtigen Beziehung heraushalten können. Oft wird ihnen dieses erleichtert, wenn die Großeltern frühere Irrtümer und Erziehungsfehler eingestehen und bedauern. So können die Generationen miteinander versöhnt werden.

In vielen Fällen macht der Familienberater die erwachsenen Klienten darauf aufmerksam, daß sie ihren Eltern gegenüber noch wie Kinder oder Jugendliche reagieren bzw. von diesen wie solche behandelt werden. Er verdeutlicht ihnen auf diese Weise, daß beide Seiten eine Weiterentwicklung nicht registriert und ihr eigenes Verhalten nicht dementsprechend verändert haben. Dann hilft er ihnen, einander in ihrer Realität kennenzulernen und als gleichberechtigte Erwachsene zu behandeln. Er ermutigt sie, in einen offenen Dialog einzutreten, ihre Wünsche und Erwartungen auszusprechen, (eventuell) ihre Hilfsbedürftigkeit einzugestehen und interpersonale Konflikte zu lösen. Ferner setzt sich der Berater häufig für eine Veränderung der Grenzen zwischen den Klienten und den Herkunftsfamilien ein, indem er z. B. die Ablösung der mittleren Generation fördert oder beide Seiten in einen intensiveren Kontakt miteinander zu bringen versucht. Manchmal wird auch die Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln verbessert.

In Einzelfällen wirkt der Therapeut auf das Netzwerk seiner Klienten ein. So deckt er Symbiosen und verheimlichte Bündnisse auf und lockert zu enge Beziehungen zu Außenstehenden (Ersatzpartnern). Manchmal hilft er auch der Familie, ihr Netzwerk zu vergrößern oder es überhaupt erst aufzubauen. Dann bringt er sie z. B. mit Selbsthilfegruppen, Kirchengemeinden, Vereinen oder Eltern-Kind-Gruppen in Kontakt. Wenn Kinder oder Jugendliche keine Freunde haben, weil sie beispielsweise kontaktscheu sind oder von ihren Eltern nicht losgelassen werden, vermittelt er sie an Gruppen Gleichaltriger (Jugendverbände, Pfadfinder, Tanzkurse, Clubs usw.; eventuell erst nach einer Gruppentherapie).

Manchmal ist es notwendig, daß der Familienberater Vertreter anderer Institutionen um Unterstützung bittet. So muß er z. B. vereinzelt Klienten zu einer gründlichen Untersuchung an Ärzte und Krankenhäuser verweisen oder zu einer besonderen therapeutischen Behandlung (durch Psychiater, Sexualtherapeuten, Drogenberater usw.) senden. Auch vermittelt er gelegentlich zwischen Klienten und Institutionen, hilft also beispielsweise bei Konflikten mit Vertretern von Behörden und Wohlfahrtsverbänden oder berät bei Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Untergebenen. Bei Schulproblemen der Kinder setzt er sich mit Lehrern, Schulpsychologen und Beratungslehrern in Verbindung, berichtet über das Verhalten der Kinder in der Familie und erkundigt sich, wie sich diese in der Schule benehmen und wie die Lehrer bzw. die Mitschüler auf sie reagieren. In Einzelfällen ist eine noch weitergehende Kooperation möglich (z. B. Konsultation, Besprechung unter Einbezug der Klienten, Hospitation oder Absprache bestimmter Maßnahmen wie Verhaltensverträge).

Zum Aufgabenfeld des Familienberaters gehört auch das Informieren über die Hilfsangebote anderer Einrichtungen wie Jugend-, Sozial- und Arbeitsämter, Sozialstationen und Wohlfahrtsverbände, insbesondere wenn die Klienten durch langwierige Krankheit, Behinderung oder Arbeitslosigkeit eines Mitgliedes belastet sind, unter finanziellen Problemen leiden oder sich trennen wollen. Vor allem Klienten aus der Unterschicht benötigen oft unbürokratische und schnelle Hilfen bei konkreten Schwierigkeiten, fürchten aber den Kontakt zu Behörden (Sehwellenangst). Hier kann der Therapeut die richtigen Ansprechpartner für sie ausfindig machen und Gesprächstermine vermitteln. Oft gewinnt er auf diese Weise ihr Vertrauen, das erst eine Bearbeitung von zwischenmenschlichen und intrapsychischen Konflikten ermöglicht. Gerade in solchen Fällen ist es auch wichtig, daß er sich ihrem Sprachstil, ihren Denkmustern, Einstellungen und Sitten anpaßt.

Ausblick

Seit der Entstehung von Familienberatung und -therapie in den 50er Jahren wurde der Erfolg dieser Maßnahmen immer wieder überprüft. Übersichtsartikel, bei denen 75 (Gurman und Kniskern 1978b), 38 (Gurman und Kniskern 1978a), 23 (DeWitt 1978), 20 (Hazelrigg, Cooper und Borduin 1987) und 14 (Glick und Kessler 1974) derartiger Studien ausgewertet wurden, kamen zu dem Ergebnis, daß Familientherapie in knapp Dreiviertel aller Fälle größere oder kleinere positive Veränderungen erzielt, in ca. 25% der Fälle keine Wirkung zeitigt und in etwa 1 % der Fälle zu einer Verschlechterung führt. Damit entsprechen die Erfolgsquoten der Familientherapie in etwa denen anderer Therapieformen wie Einzeltherapie oder Eheberatung.

Trotz der Erfolge der Familientherapie und ihrer präventiven Wirkung wird sie in der Bundesrepublik Deutschland mehr als eine zusätzliche Therapieform im Repertoire eines Beraters gesehen denn als Grundlage für einen eigenständigen Beruf - im Gegensatz beispielsweise zu den USA, wo es an vielen Universitäten separate Studiengänge in (Ehe- und) Familientherapie mit Promotionsmöglichkeit gibt und wo gesetzliche Regelungen in den meisten Staaten die Voraussetzung für die Ausübung des Berufes als Ehe- und Familienberater festlegen (einheitliches Berufsbild). In der Bundesrepublik Deutschland sind hingegen die Ausbildungsmöglichkeiten an Fachhochschulen und Universitäten höchst unzureichend. So müssen zukünftige Ehe- und Familienberater zumeist von oft kostspieligen und vielfach auch einseitigen Fortbildungsangeboten Gebrauch machen. Deshalb ist es wichtig, daß im Verlauf der nächsten Jahre die Ausbildung vom Familientherapeuten verbessert und ein einheitliches Berufsbild für diese Therapeutengruppe entwickelt wird. Weniger Chancen auf Realisierung dürfte aber die noch weitergehende und ebenfalls unterstützenswerte Forderung haben, als freipraktizierender Berater generell familientherapeutische Behandlungen über Krankenkassen abrechnen zu dürfen. Hier wirkt sich auch das Fehlen einer Nosologie »kranker« Familien negativ aus.

Problematisch ist ferner, daß die meisten Ansätze der Familientherapie einseitig, aspekthaft und unsystematisch sind. Auch wurden die meisten Konzepte und Hypothesen noch nicht empirisch validiert, wurde die Wirksamkeit einzelner Techniken noch nicht nachgewiesen. Ferner werden entwicklungs-, sozial- und persönlichkeitspsychologische, psychiatrische, soziologische und pädagogische Erkenntnisse kaum berücksichtigt. So scheinen generell die meisten Ansätze der Familientherapie relativ unabhängig von anderen Teildisziplinen der psychosozialen Wissenschaften entwickelt und wenig auf deren Forschungsergebnisse fundiert worden zu sein. Zudem gewinnt man den Eindruck, daß Forschung, Theorie und Praxis im Bereich der Familientherapie separate Welten sind. Diese Situation erschwert natürlich auch die Entwicklung integrativer Therapietheorien.

Literatur

BOSZORMENYI-NAGY, I., SPARK, G. M. (1981): Unsichtbare Bindungen. Die Dynamik familiärer Systeme. Stuttgart: Klett-Cotta

BOWEN, M. (1978): Family therapy in clinical practice. New York, London: Aronson

CONSTANTINE, L. L. (1978). Family sculpture and relationship mapping techniques. Journal of Marriage and Family Counseling 4, S. 13-23

CROMWELL, R. E., OLSON, D. H. L., FOURNIER, D. G. (1976): Tools and techniques for diagnosis and evaluation in marital and family therapy. Family Process 15, S. 1-49

DEWITT, K. N. (1978): The effectiveness of family therapy: A review of outcome research. Archives of General Psychiatry 35, S. 549-561

GLICK, I. D., KESSLER, D. R. (1974): Marital and family therapy. New York, San Francisco, London: Grune & Stratton

GORDON, T. (1972): Familienkonferenz. Hamburg: Hoffmann und Campe

GURMAN, A. S., KNISKERN, D. P. (1978a): Research on marital and family therapy: Progress, perspective, and prospect. In: S. L. Garfield, A. E. Bergin (Hg.): Handbook of psychotherapy and behavior change: An empirical analysis. New York u. a.: Wiley, 2. Aufl., S. 817-901

GURMAN, A. S., KNISKERN, D. P. (1978b): Deterioration in marital and family therapy: Empirical, clinical, and conceptual issues. Family Process 17, S. 3-20

HALEY, J. (1977): Direktive Familientherapie. Strategien für die Lösung von Problemen, München: Pfeiffer

HAZELRIGG, M. D., COOPER, H. M., BORDUIN, C. M. (1987): Evaluating the effectiveness of family therapies: An integrative review and analysis. Psychological Bulletin 101, S. 428-442

HOFFMAN, L. (1982) (Hg.): Grundlagen der Familientherapie. Hamburg: IskoPress

KAUFMAN, E. (1979): The application of the basic principles of family therapy to the treatment of drug and alcohol abusers. In: E. Kaufman, P. Kaufman (Hg.): Family therapy ot drug and alcohol abuse. New York: Gardner, S. 255-272

KOSCHORKE, M. (1975): Zur Praxis der Beratungsarbeit mit Unterschichtfamilien. In: M. Koschorke (Hg.): Zur Praxis der Unterschichtsberatung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 315-332

KOTTWITZ, G. (1976): Transaktionsanalytische Familientherapie. Integrative Therapie 2, S. 18-36

MINUCHIN, S. (1978): Familie und Familientherapie. Theorie und Praxis struktureller Familientherapie. Freiburg: Lambertus, 2. Aufl.

PATTERSON, G. (1977): Soziales Lernen in der Familie. Psychologische Hilfen für Eltern und Kinder. München: Pfeiffer, 2. Aufl.

RICHTER, H.-E. (1969): Eltern, Kind und Neurose. Die Rolle des Kindes in der Familie. Reinbek: Rowohlt

SATIR, V. (1975): Selbstwert und Kommunikation. Familientherapie für Berater und zur Selbsthilfe. München: Pfeiffer

SCHMIDTCHEN, S. (1983): Klientenzentrierte Familientherapie. In: K. Schneider (Hg.): Familientherapie in der Sicht psychotherapeutischer Schulen. Paderborn: Junfermann

SCHNEIDER, K. (1983) (Hg.): Familientherapie in der Sicht psychotherapeutischer Schulen. Paderborn: Junfermann

SIMON, F. B. (1980): Familientherapie - Grundlage einer »sozialen Psychiatrie«. Psychiatrische Praxis 7, S. 195-198

SPECK, R. V., ATTNEAVE, C. L. (1976): Die Familie im Netz sozialer Beziehungen. Freiburg: Lambertus

SPERLING, E. (1979). Familientherapie unter Berücksichtigung des Dreigenerationenproblems. Zeitschrift für Psychotherapie und medizinische Psychologie 29, S. 207-213

STIERLIN, H. (1975): Eltern und Kinder im Prozeß der Ablösung. Familienprobleme in der Pubertät. Frankfurt: Suhrkamp

STIERLIN, H. (1976): »Rolle« und »Auftrag« in der Familientheorie und -therapie. Familiendynamik 1, S. 36-59

STIERLIN, H., RÜCKER-EMBDEN, I., WETZEL, N., WIRSCHING, M. (1977): Das erste Familiengespräch. Theorie - Praxis - Beispiele. Stuttgart: Klett-Cotta

TEXTOR, M. R. (1984) (Hg.): Das Buch der Familientherapie. Sieben Schulen in Theorie und Praxis. Frankfurt: Fachbuchhandlung für Psychologie

TEXT0R, M. R. (1985): Integrative Familientherapie. Eine systematische Darstellung der Konzepte, Hypothesen und Techniken amerikanischer Therapeuten. Berlin u. a.: Springer

WATZLAWICK, P., WEAKLAND, J. H., FISCH, R. (1979): Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels. Bern: Huber, 2. Aufl.